GESUNDHEITSBÜROKRATIE VERDRÄNGT ALS KOSTENFAKTOR BALD DIE PHARMAINDUSTRIE

Die Gesundheitsbürokratie wird teurer als die Pharmaindustrie – allerdings ohne Wert und Gegenleistung

bürokratieparasit

Der internationale  Gesundheitsmarkt wird nicht nur von Patienteninteressen, sondern auch von Unternehmensseite vorangetrieben –  das beweisen  die unzähligen Health-Startups, manche wertvoll und segensreich, aber auch sehr viele ohne medizinischen Mehrwert.

Um wirtschaftliche Interessen  als Patienteninteressen zu  verkleiden, ist kein Euphemismus platt genug.

U.a. wird derzeit an der mutmaßlich größten Health Cloud Europas gearbeitet, wobei laut Broschüre der Wunsch des mündigen Patienten im Mittelpunkt stehen soll – eine kühne Anmaßung – letztendlich geht es um das Geschäft mit  dem Verkauf halbanonymisierter medizinischer Daten – die Verwaltung  medizinischer Inhalte zur selbständigen Verfügung  Versicherter bleibt ein Nebeneffekt.

healthdataspace.org/gesundheitsnetzwerk

In Deutschland wurde von A.T. Kearney (Dez.2011, Deutsches Gesundheitssystem auf dem Prüfstand) eine Studie bezüglich der Langzeitfolgen einer verdichteten Spitals- und Krankenkassenbürokratie erhoben – mit ernüchternden Resultaten: die Vergeudung wertvoller Arbeitszeit   teurer medizinischer Berufe durch Mehrfachdokumentation  vernichtet  ein Viertel der Gesundheitskosten – und das ohne jeden medizinischen Mehrwert!

Deutsches-gesundheitssystem-40-4-milliarden-euro-kosten-durch-aufgeblasene-verwaltung

In den USA wächst seit Jahren  die Kritik an der gefräßigen Spitalsbürokratie, nach der New York Times

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kritisiert auch das gewichtige Wirtschaftsmagazin FORBES  die Ressourcenvernichtung an wertvoller medizinischer Arbeitszeit:

Doctors-wasting-over-two-thirds-of-their-time-doing-paperwork

Am Ende  ein Comedy-Clip über ein Spital ohne medizinisches Personal

Günter Koderhold

 

Abgehobene Kapriolen im Gesundheitsbereich

Prof.Hrabcik
Prof.Hrabcik

 

 

KAPRIOLEN IM GESUNDHEITSBEREICH

Verfolgt man aufmerksam in den letzten Wochen die Medien, so fällt es schwer, als Angehöriger eines Gesundheitsberufes ruhig zu bleiben.

Warum? Es wird immer mehr klar, dass eine Allianz von Juristen und Ökonomen versucht, den Gesundheitsbereich unter ihre Macht zu bringen und anzuschaffen. Natürlich ohne jedwedes Fachwissen.

Die notwendige Allianz zwischen Ärzten und anderen Angehörigen des Gesundheitsbereiches und dem Verwaltungsbereich wird immer weniger.

Dabei haben die selbsternannten Experten, die meist keine sind, genügend Flops in den letzten Jahren geliefert, die nun mehr und mehr an das Licht kommen.

Beispiele:

Groß angekündigt war die Wiener Spitalsreform 2030. Mit einer wahllosen Zerschlagung von bisher funktionierenden Schwerpunktspitälern wollte man eine neue Struktur, die dann angeblich die Bedürfnisse der Bevölkerung besser abdecken kann, schaffen. Und nun, nach dem ruhmlosen Abgang der früheren Stadträtin stellt sich laut Aussendungen des KAV heraus, dass einige der Übersiedlungen oder Zusammenlegungen von Abteilungen überhaupt nicht möglich sind, weil der benötigte Raumbedarf in den neuen Häusern fehlt. Ein Armutszeugnis.

 

Nachdem nun die Stadträtin und der Generaldirektor in die Wüste geschickt wurden, tritt die zweite Garnitur an. Die alles besser machen wird? Wo waren denn diese Damen und Herren, als derlei Planungsunsinn kreiert wurde. Waren die nicht mit dabei und haben dazu brav genickt? Es muss nun gelten, im Augiasstall KAV alles auszumisten, schonungslos.

Der KAV verteidigt in einer Aussendung, dass ein Honorar von 30.000€  pro Tag für externe Experten angebracht sei, weil man habe ja angeblich 110 Mill. Euro eingespart.

Nun, die Expertenarbeit wird sicher nicht in einem Tag erledigt gewesen sein. Das wird schon 1-2 Monate gedauert haben. Das wären dann 900.000 Euro pro Monat. Nicht schlecht!

Die AUVA hat nachweislich durch einige Wochenenden die Aufnahme von Notfallpatienten in das LBK auf die Intensivstation verhindert. Auch mit Dienstanweisungen gedroht. Angeblich haben daher einige Pateinten einen Rundflug gemacht, bis sie endlich versorgt werden konnten. Haben Sie da vom Land als Aufsichtsbehörde ein sofortiges Einschreiten gemerkt. Nichts ist passiert. Es wird zu untersuchen sein, ob hier Patienten nicht durch Verzögerungen zu Schaden kamen. Aber man hat Geld an abgebauten Diensten gespart.

 

Mein Lieblingsthema, weil einige Patienten das an mich herantrugen, ist die den Gebietskrankenkassenversicherten verweigerte Bezahlung der Hepatitis C Behandlung. Außerhalb jeder Diskussion steht, dass ein Medikament zur Verfügung steht, dass eine über 90%ige Heilung bei frühzeitigem Einsatz erreichen kann. Aber wer zahlt? Prof.Ferenci hat jüngst auf einem Kongress in Linz diese Situation beklagt. Die Wiener Gebietskrankenkasse zahlt erst dann die Behandlung, wenn bereits das Fibrosestadium II erreicht ist. Damit sinken die Erfolgschancen. Wem’s nicht passt, kann sich die Therapie ja selbst zahlen. Zweiklassenmedizin pur.

Richtig ist, dass die Preisgestaltung der Pharmafirma exorbitant hoch ist. aber dies darf man nicht auf dem Rücken der Patienten austragen. Hier wären der Hauptverband und vor allem das Gesundheitsministerium als Aufsichtsbehörde gefordert. Haben Sie etwas gehört? Es sind ja nur Bürger und Kranke, die da über die Klinge springen.

Und die Justiz, die ja gegenüber Ärzten schnell bei der Hand. Die hat Sommerpause.

 

Hinter all diesen Entwicklungen steckt ein System. Man will derzeit mit aller Gewalt die den Bürgern in den Sozialversicherungsgesetzen verbrieften Rechte ändern.

Ärzte und Gesundheitsberufe sollen zu Erfüllungsgehilfen degradiert werden. Die Chefs sind dann Parteibonzen, selbst ernannte Experten aus dem Kreis der Juristen und Ökonomen. All dies geschieht mit der stillen Hoffnung, dass sich die Bevölkerung schon an diese Demontage im Gesundheitsbereich gewöhnen wird. Und aus Angst, Nachteile bei aufmüpfigem Verhalten zu erleiden, einfach schweigt.

Man wird daher in Anbetracht der kommenden Nationalratswahl lesen müssen, wer von den wahlwerbenden Gruppen hier dieses Chaossystem weiter betreiben will und wer vor allem im System echte Reformen, die Versorgungsverbesserungen darstellen, anstrebt.

Euer Hubert Hrabcik

ARBEITSZEIT IST LEBENSZEIT

KAPITEL

              ARBEITSZEIT IST LEBENSZEIT

1.

Welche  Arbeitszeiten wollen – können – brauchen wir?     WAS ERWARTET UNS ?

( OA. Dr. G. Schenk )   

Arbeitszeitplanungen können ausschliesslich in Übereinkunft zwischen Dienstgeber-in und Dienstnehmer – in erfolgen. Gute Verhandlungen sollten keinen Vertragspartner übervorteilen.    Aber was ist für einzelne Arbeitnehmer sinnvoll, was nicht. Wo müssen wir, wo wollen wir? Was ist für unsere Lebensqualität bedeutend?   Betrachten wir einige

Varianten der Arbeitszeit beim KAV:

  1. Fixe Arbeitszeiten bis 2015
  2. Wechsel – Schichtarbeit
  3. Flexible Zeiteinteilungen, geplant 2 Monate im Vorfeld

Wo bestehen die Vor – und Nachteile?

  1. Fixe Arbeitszeiten

Bis 2015 war im KAV für Vollzeittätige die fixe Arbeitszeit –tgl. 8h-13h, bei 4-6 Nachtdiensten gängige Dienstzeit.                                                        Ein fixes Regime war:

Einerseits berechenbar, Ärzte mit Ordinationen konnten die Zeit im Vorfeld gut planen. Die Familie wurde konstant versorgt. Auch die Eltern und Großeltern konnten kalkulierbar betreut werden.

Andererseits war die Freizeit auf den Nachmittag begrenzt. Wenn Amtswege nötig waren oder Handwerker im Haus, musste oft ein Urlaubstag konsumiert werden.              

2. Wechselschichtarbeit

Definition: Unter dem Arbeits(zeit)modell der Schichtarbeit wird die Aufteilung der betrieblichen Arbeitszeit in mehrere Zeitabschnitte mit versetzten Anfangszeiten beziehungsweise unterschiedlicher Lage sowie unter Umständen unterschiedlicher Dauer verstanden.

Das Arbeiten in ´Schichten´ wurde durch die Arbeitszeitregelung 2015 / 2016 an verschiedenen Abteilungen erforderlich. Das gewährleistete die Anwesenheit von ausreichend Ärzt ( – inn ) en im Krankenhaus, um den Betrieb sicherzustellen. Durch die erforderliche Patientenversorgung nachts entstand teilweise ein ausgeprägter ´Wechsel´ der Dienstzeit von vormittag – nachmittag – nachts.

Vorteile: Längere Freizeitblöcke und die bequeme Erledigung von Amts- und Arztwegen wurden möglich.

Nachteile: Erschwertes Familien- und Sozialleben durch unregelmäßige Arbeitsrhythmen.

Besonders wenn Kinderbetreuung oder Versorgung älterer Angehöriger erforderlich ist, kann dieser ständige Dienstwechsel Nachteile bringen.


3. Flexible Arbeitszeiten

Seit Einführung der 40h – Woche in Krankenanstalten wurde an einigen Abteilungen auch eine flexible Arbeitszeit eingebracht.     Aus wirtschaftlicher Sicht durchaus begründbar:                                    Wie die WKÖ- Wirtschaftskammer Österreich in ihrer Webseite aufzeigt, setzen schon jetzt viele Unternehmen auf flexible Arbeitszeitgestaltung, um dadurch ihr Arbeitszeitvolumen besser an die Auftragslage anpassen zu können, teure Steh- und Leerzeiten zu reduzieren ( www.wkö.at ). Flexible Arbeitszeiten sind umso weiter verbreitet, je fortschrittlicher eine Volkswirtschaft ist. Spitzenreiter sind Finnland, Dänemark und Schweden, wo über 80 % der Unternehmen mit mehr als 9 MitarbeiterInnen flexible Arbeitszeiten praktizieren (Quelle: European Company Survey 2013).

Flexibilisierung steht besonders in medizinischen Berufen Grenzen entgegen:                                                                                                                                 Es müssen genügend Ärzte vorort sein – vormittags, nachmittags, nachts. Die täglichen Patientenkontakte können erheblich variieren ( z.B. Grippezeit ).

  • RESÜMEE                                                                                                                         Die neue Dienstzeitregelung mit Arbeitsstundenreduktion für Ärzte bringt erhebliche Lücken in der Patientenversorgung.  Das Geld für zusätzliches Personal scheint nicht vorhanden zu sein.  Hier kann  die Flexibilisierung von Arbeitszeiten   betriebliche Einsparungen bringen.   Deshalb ist zu erwarten, dass angestellte Ärzte zunehmend in diese Dienstform einbezogen werden. Das kann Vor – und Nachteile für den Arbeitnehmer bringen.

Deshalb:  im Rahmen von Flexibilisierungen sollten ArbeitnehmerInnen bzw. BetriebsrätInnen Arbeitsmodelle vereinbaren, die sowohl auf betriebliche wie auch persönliche Rahmenbedingungen bestmöglich eingehen.                                   

DIE VERHANDLUNGEN unserer Gewerkschaft und KAMMER mit dem Dienstgeber sind in nächsten Monaten und Jahren von besonderer Bedeutung.

Was ist hier wünschenswertwas kann die  Zufriedenheit am Arbeitsplatz fördern?                                              

Möglichst viel Freiraum in der Gestaltung des Arbeitsalltags für den / die Arbeitnehmer , um persönliche Situationen variabel berücksichtigen zu können.             

 Damit wären auch Frauen  mit flexiblen Arbeitszeiten nicht benachteiligt.                                                                                                                 

G.M. Schenk

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SCHLUSSPUNKT .

ÄK Wahl, Wien 2017

Der Wähler hat seine demokratische Wahl getroffen.

Die Freie Ärzteplattform konnte die Wähler nicht in ausreichendem Maße überzeugen.

Unseren Wählern, Kandidaten, Mitstreitern, Unterstützern, Sympathisanten-herzlichen Dank für Euer Vertrauen.

Allen Anderen, die uns, aus welchen Gründen auch immer, nicht wählen konnten:

ALLES GUTE UND VIEL GLÜCK….

Ein Vorschlag zur Neustrukturierung des KAV-Managements

Nach dem Abgang  Prof.  Janßens  aus der KAV-GD werden erwartungsgemäß Spekulationen über die optimale Nachfolge  im Stundentakt entstehen.

Wir, die Freie Ärzteplattform, halten von einem bloßen personellen Austausch wenig, es bedarf vielmehr einer breiteren  Änderung im Management.

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Unser Vorschlag:

  1. Das gesamte operative Management geht wieder zurück an die Krankenhäuser, ebenso die Personalhoheit. Damit ist beispielsweise die Planung auf eine Grippewelle primär Sache des Hauses.
  2. In der GD verbleiben strategisches Management, Finanzcontrolling und Bauherrenaufsicht.
  3. Der Bereichsleitung Finanz wird die Budgethoheit über den KAV entzogen.
  4. Eine Auslagerung des KAV erscheint aus drei Gründen wenig: empfehlenswert: a) ist noch nie ein derart großes Unternehmen ausgegliedert worden b) ist der Magistrat sowieso schon teilautonom c) wären die Auflagen der Arbeitsinspektion nahezu unlösbar.
  5. Die ärztlichen Direktoren werden nicht mehr vom KAV ernannt, sondern von den Primarii und  Vertretern des Mittelbaus gewählt – als Ausdruck der Selbstverwaltung, die zweifellos besser mit lokalen Problemen umgehen kann.

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Günter Koderhold

 

Auf Udo Janssen folgt interimistisch der fanatische ELGA -Befürworter Prof.Michael Binder

Pressezitat: „Wie erwartet, muss  KAV-Chef Udo Janßen gehen – das gegenseitige Vertrauen sei verloren gegangen, alle Entscheidungsträger müssten an einem Strang ziehen, hieß es am Montag. Die ärztlichen Agenden wird Health Cara Management-Leiter Michael Binder übernehmen, so Frauenberger.
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Janßen wurde kurz vor dem Termin am Montag über die Entscheidung informiert. Er ist mit sofortiger Wirkung freigestellt, hieß es im Rathaus. Die Details der Vertragsauflösung sind offen. Interimistisch werden Janßens Stellenvertreter – Evelyn Kölldorfer-Leitgeb und Thomas Balazs – gemeinsam mit Michael Binder die KAV-Leitung übernehmen.“, etc,etc…

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Was steht nicht in den Medien?

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Nun, Prof.Michael Binder ist wohl einer der fanatischsten Befürworter der digitalen Patientenakte ELGA, wobei er die Sekundärnutzung klinischer Daten für andere Zwecke als die unmittelbare Patientenversorgung  wiederholt betont und hervorhebt!

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Eine bedenkliche Variante der Sekundärnutzung ist  die ungefragte Einbindung aller Spitalsdaten in ein Suchprogramm für Klinische Studien.

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facit: sollte nach Ablauf der interimistischen Vertretung Prof.Binder die Agenden dauernd übernehmen, ist höchste Vorsicht bezüglich Datenschutz bei digitalen klinischen Informationen  angebracht.

Günter Koderhold

 

 

Stell dir vor, es ist PHC und keinen Arzt interessiert´s !

PHC, PVE, Gruppenpraxis, Gemeinschaftsordination, Ärztezentrum, Behandlungsnetzwerk……falsa demonstratia non nocet !

Bis jetzt hat die Patientenversorgung TROTZ des Dilettierens der Gesundheitspolitik funktioniert.

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phc-indien

Internationales PHC – Konzept, hier in Indien (man beachte die Polizei im Hintergrund)

In welcher Form auch immer und mit wem auch immer (Pflegepersonen, Physiotherapeuten, Wundmanagern, etc…), Ärzte sind ihren Aufgaben und ihrer Berufung nachgekommen.

Die betriebswirtschaftliche Ausrichtung, ob Kassenarzt, Wahlarzt, Gemeinschaft, obliegt dem Erwerbstätigen selbst, solange die Ausübung der Tätigkeit selbst den ärztlichen und wissenschaftlichen Grundsätzen folgt und nicht gegen Gesetze verstösst.

Hier darf eindringlich an den Art 6 StGG, Freiheit der Erwerbsbetätigung erinnert werden.

Dieses Grundrecht unterliegt zwar einem Eingriffsvorbehalt des Staates, jedoch hat sich dieser an dem Prinzip der Verhältnismäßigkeit, dem Öffentlichen Interesse, der Geeignetheit des Eingriffs, der Erforderlichkeit und der Adäquanz zu orientieren.

Ob das gesundheitspolitische Versagen, welches sich in der  §15a-Vereinbarung und als Ausfluss den PHC manifestiert, genügt, um verhältnismäßig, geeignet, erforderlich und adäquat zu sein, sei dahingestellt.

Ob es im öffentlichen Interesse ist, ist ja auch nicht so sicher.

Was soll nun passieren, wenn sich nicht ausreichend Ärzte zum PHC-Betrieb einfinden ?

Kündigung von Kassenverträgen ?-Möglich

Keine Genehmigung von Wahlarzttätigkeit ?-Unmöglich, siehe Art 6…

Schikanen jeglicher Art ?-Möglich

Politisches Ärztebashing ?-Wahrscheinlich

 

All das soll jedoch nur vom unabwendbaren Versagen der Gesundheitspolitik ablenken.

Deswegen möglicherweise in ein Grundrecht einzugreifen ?

Zuzutrauen wär´s der Politik…….

 

FREIHEIT DEM ÄRZTESTAND !

Nun ist also die Katze aus dem KAV-Sack.

Im Mittagsjournal vom 10. März wird der Bevölkerung Wiens und den Ärzten endlich reiner Wein eingeschenkt.

Wir erfahren, was wir vorher nicht wussten.

Das Notarztsystem in Wien ist am Ende.

Laut Stadträtin Frauenberger sollen die Notärzte, welche bei der MA 70, also auch bei der Gemeinde Wien, angestellt sind, ab April im Rahmen des Krankenanstaltenverbundes tätig sein.

Desgleichen sollen die Notarztwägen bei den Spitälern der Gemeinde Wien stationiert werden.

Ob diese Maßnahme die akuten Probleme der notfallmedizinischen Versorgung der Bürger Wiens löst, ist mehr als fraglich.

Hierzu sind mehrere Fakten zu bedenken:

auch wenn die autokratisch-nahezu diktatorisch regierte Gesundheitspolitik in Wien noch vom Ärzteüberfluss, der eine unwürdige Personalpolitik möglich gemacht hat, träumt, so ist die Realität doch eine andere.

auch die Wiener Stadtregierung wird wohl oder übel den Ärztemangel zur Kenntnis zu nehmen haben.

daraus würde sich ein differenzierter, sprich wertschätzender, Umgang mit der Ärzteschaft empfehlen.

Wien wird´s nicht lernen !

Weiters ist zu bedenken, dass sowohl die Berufswahl der Spitalsärzte als auch der Notärzte höchstwahrscheinlich einer persönlichen Präferenz entspricht.

Die gewaltsame Verquickung dieser beiden Berufsbilder aus Gründen der desaströsen Gesundheitspolitik mag in Zeiten des Überflusses möglich gewesen sein, heutzutage jedoch, siehe oben.

Ob die politische Vergewaltigung der Ärzte das Problem der mangelnden notärztlichen Versorgung zu beheben mag, erscheint unwahrscheinlich.

Es stellt sich die Frage, inwieweit die primär vertraglich bedungene Leistung (Notarzt oder Spitalsarzt) reibungslos in die jeweils andere Tätigkeit übergeführt werden kann.

Es wird sich höchst interessant gestalten, wie gerade der beim AKH stationierte Notarztwagen von Anästhesisten, welche bekanntermaßen zurzeit gerade Mangelware sind, besetzt werden kann.

Auf der anderen Seite darf davon ausgegangen werden, dass eine nicht unbeträchtliche Anzahl von Notärzten den Systemexodus erwägen.

Inwieweit die dann dem KA-AZG unterliegenden „Spitalsnotärzte“ die notärztliche Versorgung im Rahmen ihrer max. 48 Stunden-Woche (wobei die über dem Dienstvertrag liegende Stundenanzahl ja auch irgendwann abgebaut/abgegolten werden muß) aufrechterhalten werden kann, sei ebenso dahingestellt.

…ich vergaß, opt-out macht´s möglich, oder ?

Somit wird dieses Vorhaben der Wiener Gesundheitspolitik wieder einmal, wenn überhaupt, durch stalinistisch-diktatorischen Zwang funktionieren.

Wär ja nix Neues in Wien…

ASKLEPIOS ist weder eine Gewerkschaft noch kollektivertragsfähig, siehe OGH-Spruch 6 Ob 116/16a

Heute, im Morgenjournal vom 11.März 2017 wurde die „Ärztegewerkschaft“ Asklepios erwähnt, und einer ihrer Gründer, Dr.Rainer interviewt.

Dazu muss man wissen, dass Asklepios im Rahmen einer Entscheidungkette (Ablehnung durch Bundeseinigungsamt, Klage gegen die Hauptgruppe II und zuletzt der OGH Spruch 6 Ob 116/16a) weder als  Gewerkschaft zu betrachten ist, noch über die Kollektivvertragsfähigkeit verfügt.

Dies wäre praktisch bedeutungslos, wenn nicht Asklepios unter der Bezeichnung „Ärztegewerkschaft“  seit ca drei Jahren  hohe Mitgliedsbeiträge (ca. 300.- pro Jahr)  einhebt, was bei 1800 Mitgliedern österreichweit (laut Presse 2015), über drei Jahre eine beachtliche  Gesamtsumme ergibt. Diese Beiträge dürften für die zahlenden Mitglieder auch vor dem Finanzamt anderes angerechnet werden als gebräuchliche Gewerkschaftsbeiträge.

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Man muss annehmen, dass Asklepios über die  weitaus höchsten Geldmittel aller kandidierenden Fraktionen verfügt.

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Die Freie Ärzteplattform wird sich für eine Offenlegung und Limitierung der Wahlkampfkosten einsetzen, damit es keine Verzerrungen geben kann.

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Ärztegewerkschaft Asklepios OGH Spruch

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Günter Koderhold

p.s. wir zahlen uns unseren Wahlkampf komplett aus eigener Tasche.

Ab 2030 werden auch Sie am Gang liegen !

Auch die Daseinsvorsorge wird  bei  Ärztinnen und  Ärzten  abstürzen:  die Ärzteschaft besteht natürlich zu 100% auch aus  möglichen Patienten und zukünftigen Pfleglingen – das wird gerne und oft verdrängt.

Die  funktionierende  Allianz von neoliberalem  und sozialistischem Denken  in  der Gesundheitsversorgung führt erst zur Entmündigung der medizinischen Berufe, danach zur baldigen  Selbsterfahrung von extremen Wartezeiten, Pflegeregress,  Mehrklassenmedizin, Abhängigkeit, etc..

Wer glaubt, als Teil der Ärzteschaft bei  Alter und Krankheit privilegiert zu sein, wird womöglich ernüchtert aufwachen. Die früher gelebte Kollegialität ist durch  jahrzehntelange Einschüchterung  einer Überlebensegozentrik gewichen – die Angst isst die Seele auf, heißt es in einem Film.

Die von der Gesundheitspolitik dreist unterstützte  Gesundheitsindustrie, Siemens ist ein Glanzbeispiel,   greift tief in die Taschen des Staates und wer sich etwas erarbeitet hat, muss später bei Langzeitpflege mit Enteignung rechnen.

Der Pflegeregress ist zum Ungeheuer geworden, dass je nach politischer Grundmelodie in Österreich mal über alle Generationen enteignet (wie früher in der Steiermark) oder sich nur an den Besitzenden selber bereichert.

Die Langzeitpflege ist auf dem Weg, zum schmutzigsten Geschäft in Friedenszeiten zu werden.

Bei einem Maximalsteuersatz von 70 % inkl MwSt.(!) , ist der Gedanke an Pflegeversicherung oder Pflegeregress eigentlich eine Unverschämtheit.

Ab 2018 beginnt der tatsächliche Ärztemangel – jetzt haben wir eher Verteilungsprobleme –  die Pensionierungswelle rollt immer höher über Österreich hinweg.

Und wir können für uns und  unsere Angehörigen einen Platz im Gangbett  und vier Stunden Wartezeit in der Notfallambulanz  erwarten.

Es gibt nur eine Alternative: entschlossener   Kampf mit allen Mitteln gegen eine kalte, totalitäre Gesundheitswirtschaftnicht nur für die Patienten, sondern auch für uns !

 

Günter Koderhold,   Freie Ärzteplattform

 

 

 

Sachlich und entschlossen für eine moderne Medizin