Kann die öffentliche Gesundheitsversorgung eine Milliarde einsparen? Die Antwort lautet: ja !

Durch den Regierungswechsel in Österreich am 18.12.2017 ergab sich nicht nur eine Änderung der politischen Verantwortung, sondern auch eine neue Argumentationslinie der konstituierten Opposition.

Erwartungsgemäß präsentierte sich die größte Oppositionspartei als „Schutzherrin“ ihr nahestehender  Institutionen, wobei vor allem die Gebietskrankenkasse im Rahmen der längst vom Rechnungshof empfohlenen  Kassenreform in die Rolle des zu verteidigenden „Waisenkindes“ schlüpfte.

Beachtenswert wird im RH-Bericht   mangelnde Planung und unzureichende Prognosegenauigkeit der Krankenkassen hervorgehoben

Link-> Rechnungshof 2016: Finanzierung der Krankenkassen

Strategische Zielvorgaben fehlen teilweise und wenn es sie gibt, fehlt die Abgrenzung zur operativen  Steuerung – kurz gesagt: das Tagesgeschäft wird zu wenig ernst genommen.

Eine radikale Änderung des Krankenkassensystem im Sinne einer wirksamen strategischen Planung und operativen Umsetzung erscheint aus zwei Gründen bedeutsam:

  1. die tatsächlichen Verwaltungskosten für das österreichische Gesundheitssystem sind viel, viel höher als von den (Gebiets)Krankenkassen angegeben, da eine enorme Verwaltungspflicht – noch dazu meist ohne medizinischen Mehrwert – an die intramural und extramural tätigen medizinischen Berufe ausgelagert wird. Dies führt zu einer massiven Reduktion der Wochenstundenanwesenheit medizinischer Berufe am Patienten selber. „Wer immer wieder Mehrfachdokumentation machen MUSS, hat weniger Zeit für kranke Menschen!“
  2. die über Jahrzehnte von den Gebietskrankenkassen  heftig ausgelebte Beschädigung von Ansehen und Tätigkeit der Allgemeinmediziner hat zu einer Kaskade an schweren Versorgungsmängeln geführt, die mittlerweile auch die Akutversorgung in den Spitälern belastet. Üblicherweise werden in Europa etwa 40% der  Akutpatienten  in allgemeinmedizinischen Gruppenpraxen und etwa 60% in Krankenhaus-Notfallambulanzen  versorgt – v.a. zukünftig eine Unmöglichkeit in Österreich, da es an  Allgemeinmedizinern mangelt – bedingt durch Pensionierungswelle, aber auch durch  miserable Bezahlung. Im Rahmen der Ärzteausbildungsreform  zeigte sich schon 2016 das  Desinteresse der jungen Ärzteschaft an der Ausbildung zur Allgemeinmedizin-kein Wunder bei der  Demotivation tätiger Allgemeinmediziner durch die GKKs.  Alleine der schwere Planungsfehler bei der allgemeinmedizinischen Versorgung  durch die GKKs genügt für eine tiefgreifende Reform  als Rechtfertigung. Die von patientenfernen Theoretikern erschaffenen „Kopfgeburten“ PHCs, bzw. PVEs, die  funktionierende, allgemeinmedizinische Gruppenpraxen darstellen sollten, sind so  unattraktiv geschaffen,dass praktisch niemand das Risiko auf sich nehmen will.

 

Jetzt zum Hauptthema dieses Artikels – wie kann man einsparen?

 

Um dies zu beschreiben, muss man strikt folgendes trennen:

a)  krankenkasseninternen Verwaltungsaufwand (angeblich 4-7% vom KK- Gesamtbudget)

b) Bürokratiefolgekosten durch an Gesundheitsberufe, Ordinationen und Spitäler ausgelagerte Verwaltung. Diese liegen wahrscheinlich über dem Verwaltungsaufwand der KK, sind aber versteckt und auf den ersten Blick nicht zu erkennen.

c) gesundheitspolitische Projekte ohne medizinischen Mehrwert, z.B.:  eigene, neue Studie über spezielle Frakturen bei schon zahlreich vorliegenden internationalen Leitlinien. Oder: Behördenleitlinien, die keine internationalen Qualitätsstandards erfüllen – und damit medizinisch als wertlos zu betrachten sind.

 

Eine gute, für Deutschland geltende, Übersicht ist die schon früher erwähnte Studie von A.T.Kearney über das Deutsche Gesundheitssystem von 2011

Link-> A.T.Kearney: aufgeblasene Verwaltung

Hier wird der gesamte Verwaltungsaufwand der öffentlichen Gesundheitsversorgung mit mindestens 23% vom   Gesundheitsbudget geschätzt – wovon man natürlich die „normalen“ Verwaltungskosten abziehen muss.  Zumindest 8% vom Gesamtbudget der öffentlichen Gesundheitsversorgung werden in der Studie als sichere Einsparungsmöglichkeit geschätzt.

facit: bei bestehender, massiver zusätzlicher Verwaltungsauslagerung  an Ordinationen und Spitäler liegen Kosten und  Einsparungsmöglichkeiten weit über dem (Teil)Betrag  der krankenkasseninternen Verwaltung.

 

Günter Koderhold

Pflegeregress und Ahndlvertilgung – wenn Landespolitiker träumen…

Prof.Hrabcik

Als die Kabarettisten Gerhard Bronner und Helmut Qualtinger im Rahmen eines fiktiven „Radio-Landfunkes“ über die unerwünschte ältere Generation philosophierten, war man vom – mittlerweile abgeschafften- Pflegeregress noch Jahrzehnte entfernt.

Die primitive Art, mit der manche Landes- und Altpolitiker über einen neuerlichen Pflegeregress philosophieren, soll nicht unwidersprochen bleiben, deshalb zunächst einmal die Original Landfunksendung zum Anhören:

 

 

Seit Wochen, wahrscheinlich bedingt durch die cerebralen Hitzeschäden und das mediale Sommerloch, wird heftigste diskutiert, wie unerhört es sei, dass öffentliches Geld für ältere Mitbürger aufgewendet werden muss, um deren Aufenthalt in Pflegeeinrichtungen mitzufinanzieren.

Das Problem war seit Jahrzehnten bekannt und vor allem auch, dass die Größendimension zunehmen wird. Allein in Wien rechnet man mit einigen hunderttausend mobil eingeschränkten, die eine Unterstützung brauchen.

Nun sollte man annehmen, dass unsere Politiker als vorausplanende Menschen sich schon lange mit dem Problem beschäftigt und Lösungen kreiert haben. Nun allein in Wien hat das Land die öffentlichen Pflegeplätze auf etwa 6000-7000 reduziert. Vertrauend, dass die lieben Alten Zuhause verwahrt und so gut es geht gepflegt werden.

Und jetzt ist der Run auf öffentliche Pflegeplätze eröffnet. Wer so wie ich nach unzähligen Visiten die Situation erlebt, wie schwierig oft die Betreuung älterer Familienmitglieder und wie oft die notwendige Qualität dabei beim besten Willen nicht erreicht werden kann, ist über den Run nicht erstaunt.

Wer sind nun diese „Alten“, die ungeheuerliches abverlangen. Es sind unsere Mitbürger, die Jahrzehnte hier hakelten, Steuern zahlten und halfen, das Land und sein Wirtschaftsgefüge zu verbessern. Sicher keine Sozialschmarotzer. Die ihren Sparschilling oder Euro nun in ihren Pflegeplatz investieren, aber es reicht nicht ganz. Statt das wir stolz und froh sind, diesen alten Menschen einen schönen Lebensabend zu gewähren, wird der Neid genährt.

Selbst prominente ZIB2 Moderatoren halten die Aufhebung des Pflegeregresses nicht für richtig, sondern für ein Politzuckerl.

Keine Sorge, liebe Kritiker! Auch ihr werdet zunehmend älter und hoffentlich erst später eine Pflege bedürfen. Und dann werdet ihr froh sein, dass es einen Platz gibt, den die Gesellschaft gesponsert hat.

Ein hoher Beamter der Steiermark berechnete vor kurzem, dass sein Bundesland unerhörte 48Millionen durch den Wegfall des Pflegeregresses verliere. Das notwendige Geld könnte locker dadurch eingespart werden, dass man so manchen „öffentlichen Unsinn“ vermieden hätte. Allein mit dem Mehraufwand beim KH-Nord könnte man Jahrzehnte die Pflegeplätze subventionieren.

Es wird Zeit für uns Ärzte und alle Gesundheitsberufe, dass wir uns als Anwälte der „Alten“ stark machen und diese verlogene und falsche Diskussion beenden.

Das hat die österreichische Bevölkerung und der Anteil von fast 22% der Älteren nicht verdient, das man ihre Betreuung versucht zu kritisieren und zu diskreditieren.

Mehr denn je muss man einen Gesellschaftsvertrag einmahnen.

Sonst gilt womöglich das alte Bronner´sche Wort: Geh ma vertilgen. Fragt sich nur wen, wann und wo?

Euer Hubert Hrabcik

Bewährte Medikamente verschwinden vom Markt

Prof.Hrabcik

 

Roulette der Medikamentenversorgung in Österreich

Jeder praktizierende Arzt in Österreich hat in den letzten Jahren immer wieder zu seiner Überraschung gemerkt, dass plötzlich altbewährte Medikamente vom Markt verschwinden oder einige Wochen bis Monate nicht lieferbar sind.

Das mag in einigen Fällen durch Ausweichen auf Äquivalenzpräparate noch tolerierbar sein, manchmal ist es aber sehr störend.

Oder gefährlich.

Erinnern wir uns an die Kinderimpfstoffe, die in den letzten Jahren trotz Lieferverträgen mit der Republik nicht lieferbar waren.

Interessant sind, so es das überhaupt gibt, die Begründungen. Manchmal erinnern sie an Ausreden.

Dazu kommt noch, dass bei Engpässen in Europa durchaus auch österreichische Lagerbestände weg transferiert werden. Nun leben wir in dem Glauben, dass  sowohl das Gesundheitsministerium als auch die Medizinmarktaufsicht in der AGES da eine Kontrolle ausüben können oder müssen.

Dabei gibt es eine politische Verantwortung und eine gesetzliche. Oder doch nicht?

In den letzten Wochen gab und gibt es ein Durcheinander. Präparate mit Mefenaminsäure sind kaum erhältlich.

Parkemed in der 500er Version ist nicht mehr verfügbar-angeblich ist der Hersteller über die Preisgestaltung des Hauptverbandes verschnupft. Ein Generikum wird kontingentiert auf Kasse, weil der Hersteller nicht nachkommt.

Über bleiben der Arzt, der rezeptieren will und im Unklaren gelassen wird und vor allem der Patient.

Seitens des Gesundheitsministeriums dürfte das dort  niemand aufgefallen sein.

Die Medizinmarktaufsicht weiß es wohl, hat aber gebundene Hände. Denn, man glaubt es kaum, es gibt keinerlei Meldepflicht, wenn ein Präparat nicht mehr zur Verfügung steht. Und damit auch keine Kontrollmöglichkeit.

Angeblich gibt es Überlegungen, im Arzneimittelgestz diesbezüglich etwas zu reformieren.

Derzeit ist die Situation so, dass nach einer strengen Zulassung wir keinerlei Garantie und Sicherheit haben, was ins Land geliefert wird und für die Versorgung unserer Pateinten zur Verfügung steht.

Und da beginnt jetzt die politische Verantwortung: Man muss von einem engagierten Gesundheitsminister verlangen. dass er unabhängig von Gesetzen die Pharmazeutische Industrie zur Ordnung ruft und an ihre Verantwortung erinnert!

Bei der derzeit anlaufenden Renovierung des Gebäudes des Hauptverbandes sollte man versuchen, Verantwortung für die Bevölkerung dort mit einzubauen. Sonst müsste man glauben, dort sitzen Bonzen

Bonze 

Bonzen sind nach chinesischer Interpretation Personen, die die Vorteile ihrer Stellung genießen und sich nicht um die Belange anderer kümmern. Oder ein höherer, dem Volk entfremdeter Funktionär, oder….

Ob es Bonzen in Österreich gibt? Das überlasse ich der Beurteilung der geschätzten Leserinnen und Leser.

 

Euer

Hubert Hrabcik

 

PATIENTEN DER ZUKUNFT UND ÄRZTE DER VERGANGENHEIT?

Dr. G. M. Schenk

Medizinische Informationen aus dem Internet finden im Zeitalter der Telekommunikation zunehmend an Bedeutung.

Die Statistik über die Nutzung der Information  und Kommunikations-technologie 2017 zeigte laut Statistik Austria, dass 81% aller 16-74-jährigen im Internet aktiv sind. Das Suchen von Information über Waren und Dienstleistungen ist weit verbreitet. Auch Artikel in verschiedenen kommerziellen Zeitschriften werden gerne gelesen.

Patienten können dadurch gut über ihre Erkrankung informiert sein, andererseits aber auch zu falschen Schlussfolgerungen und Entscheidungen gebracht werden.

 

Wo liegt die Gefahr?

Das Selbstbestimmungsrecht des Patienten, wie es in den Artikeln 27 ff des Zivilgesetzbuches steht, ist für Ärzte bindend. Diese Selbstbestimmung ist mit Entscheidungsfreiheit, nicht aber unbedingt mit Mündigkeit, verbunden.

Auf der anderen Seite ist für Ärzte die Sorgfaltspflicht bei der Patientenbetreuung oberstes Gebot und Grundlage für jede medizinische Intervention. Sie müssen nach ihren Qualitätskriterien, welche auf internationale Studien und Leitlinien beruhen, handeln.

So mancher Patient ist enttäuscht, wenn ihm nicht die Therapie, die er durch die Informationen aus dem Internet erwartet hat, angeboten wird. Oft sollte auch der Zeitrahmen seiner Behandlung mit seinen Vorinfomationen konform gehen. Andere Patienten sind mit der zunehmenden Informationsflut überfordert und dadurch verunsichert.

Wie schaffen wir mit solchen Entwicklungen den medizinischen

‚best point of service‘?

 

Informierte Patienten, die mit den Richtlinien einer qualitativ guten Behandlung vertraut sind, wären ideal. Diese Patienten kann es jedoch nicht ohne Arzt geben (Kampits, P. (1996) Das dialogische Prinzip in der Arzt-Patienten-Beziehung). Erkrankungen und medizinische Eingriffe können mit  Veränderungen in der Existenz verbunden sein. Im Extremfall kann es um Leben und Tod gehen.

Das Gefühl des ´ausgeliefert seins´, des Kontrollverlustes durch die Erkrankung wird möglicherweise durch eine alleinige Bestimmtheit von ´Halbgöttern in Weiß´ verstärkt. Dem wollen sich mehr und mehr Patienten durch Zusatzinformationen entziehen.

 

Um die Hilflosigkeit der Patienten nicht durch Fehlinterpretationen oder Unverständnis ihrer eingeholten Fakten zu verstärken, sollten wir handeln.

Die Literatur aus dem Internet, Artikel von kommerziellen Zeitschriften oder die etwas andere Art der Erkrankung im Vergleich zu Bekannten und Verwandten sollten von Ärzten ernst genommen und besprochen werden.

 

Die Beratung im Krankenhaus ist blockiert durch hohes Arbeitspensum. Der klassische Hausarzt mit Kassenvertrag ist in den Ordinationszeiten mit einer Flut von Patienten konfrontiert.

Zeit ist Mangelware.

Damit kann ein teilinformierter, selbstbestimmender und kritischer Patient im Spital oder in der Kassenpraxis zeitraubend wirken.

Wahlärzte bieten Zeit.

Dass Patienten diese brauchen, zeigen uns steigende Patientenzahlen der Wahlärzte.

 

Arztbetreute Teleinformation ist in Österreich nicht verfügbar.

Aufgrund bedeutender Abwanderung in andere Länder fehlt es immer mehr an ärztlichem Nachwuchs.

 

Hier könnte aber das Wissen unserer alten Mediziner sehr hilfreich sein: Pensionierte Ärzte sind auf diesem Gebiet eine unausgeschöpfte Ressource. Besonders pensionierte Chirurgen, Onkologen und Kollegen mit Erfahrung bei endoskopischen Eingriffen wären hilfreich, würden sie Aufklärungsgespräche durchführen dürfen.

 

Der Zeitrahmen für Patienten könnte mangels anderer dringender Verpflichtungen besser und mit Ruhe ausgeschöpft werden.

Patienten könnten fachlich korrekt und dem persönlichen Krankheitsbild entsprechend informiert werden. Verunsicherungen und falsche Erwartungen könnten vermieden werden.

Ärzte, die mit 65 Jahren in Pension gehen müssen, könnten bis zum 70. Lebensjahr unterstützend wirken.

Warum nützen wir dieses ‚win-win-System‘ nicht?

 

 

Künstliche Intelligenz in der Medizin

März 2018 erschien im Wirtschaftsmagazin „Forbes“  wieder ein Artikel über Künstliche Intelligenz (=KI)  innerhalb der Medizin – eine Wechselwirkung, die den Verfassern von „Forbes“   am Herzen zu liegen scheint.

Link-> einige Beispiele für KI und Medizin

Am 16.3.2018  fungierten innerhalb des Artikels Medizin, KI und Ethik als Hauptdarsteller – der Faktor Kosteneinsparung wurde diesmal von der Bühne verbannt – Ethik war im Blickpunkt.

Da Entscheidungen innerhalb der Medizin meist erhebliche Konsequenzen haben, werden computerbasierte Entscheidungshilfen allerdings auch zu Recht nach ihrer ethischen Gewichtung hinterfragt.

Zur Beleuchtung der ethischen Stolpersteine erlaube ich mir einige Erklärungen:

Den  Definitionsdschungel durch die angloamerikanische intelligence und die deutsche,  humanfixierte Intelligenz möchte ich  vermeiden und Künstliche Intelligenz(=KI)  als automatisiertes  intelligentes Verhalten und Maschinenlernen umschreiben.

Eine weitere funktionale  Aufteilung in eine schwache KI und eine starke (menschenähnliche)  KI scheint mir bei der Erarbeitung ethischer Probleme ebenso hilfreich zu sein.

Die schwache KI unterstützt nur menschliche Entscheidungsfindungen, hat aber dennoch die Fähigkeit des maschinellen Lernens  und kann mit unsicheren Ausgangslagen sowie deren Wahrscheinlichkeiten  umgehen.

Die schwache KI arbeitet  mit mathematischen und logischen Algorithmen, besitzt zu keiner Zeit ein eigenes Bewusstsein – der Lernvorgang muss aber schon im KI-System integriert sein  – nachträgliches, imperatives Programmieren sollte nicht sein.

Ich durfte selber einige Jahre mit dem Entwicklungssystem Personal Consultant Plus von TI arbeiten und kann mich gut an die  Stellschrauben der certainty factors erinnern, die sich das XP-System bei gehäuftem Einsatz  auch selber verstellen kann.

Und hier kommt die unmittelbare ethische Verantwortung der menschlichen Erstanwender zum Tragen, der  ja den Umfang des maschinellen  Lernens und damit die Selbstregulierung des Systems beeinflussen – was wiederum bedeutet:

Jeder Einsatz von KI  innerhalb der Medizin muss von Ärzten ( nicht Technikern, „Gesundheitsexperten“ oder gar Patientenanwälten) überwacht werden, da sich KI-Systeme  weiterentwickeln   und genauso wie Menschen Falsches lernen können und dadurch falsch entscheiden.

Gefährlich wäre dann der nächste Schritt: die sofortige Weitergabe   falscher KI-Daten in ein kollektives, maschinelles Wissen, wo es ungeprüft und überhastet zum Schaden anderer weiterverwendet werden könnte.

Link-> Use of Artificial Intelligence Raises Ethical Questions.

Der Unterschied zwischen gebräuchlicher Programmierung mit  eindeutiger Verantwortung und einer selbstlernenden KI, die   selbsterweiternd ist, kann nicht deutlich genug wiederholt werden.

Aus der bekannten, klar imperativen Programmierung wird eine zunehmend  logisch autonom agierende Entscheidungshilfe, die man durch Konfrontation mit unbedingt unverfälschten Informationen sorgsam „erziehen“ muss.

KI wird noch über einen sehr, sehr langen Zeitraum lediglich „decision support“ sein, nur bei  zeitweisem starkem Mangel an ärztlichen Personal, wie  in Kriegs- und Katastrophenzeiten, wird die Gewichtung sich mittelfristig verschieben. Es ist möglicherweise im militärischen Gefechtseinsatz mit autonom entscheidender medizinischer Notfall-KI  zu rechnen.

Link-> AI in Emergency – Hope or Hype?

Zum Abschluss noch ein kurzes Video über Röntgendiagnostik und KI

facit: die Vorteile der  KI in der Medizin werden etwaige Probleme wohl deutlich überwiegen.  Wichtig ist die Erkenntnis,  mit der KI über ein   Werkzeug zu verfügen, welches völlig neue Verantwortungsbereiche durch das  Angebot der Lerninhalte schafft.

Günter Koderhold

 

 

 

WHO: Public Health News Germany July 2018

Prof.Hrabcik

Public Health News Germany July 2018 – Achtung: langer Artikel

 

Die langwierigen Verhandlungen in Deutschland, die erst nach Monaten zu einer funktionsfähigen Regierung führten, lösten einen Stillstand in allen politischen Bereichen, so auch in der Gesundheitspolitik aus.

Erst im heurigen Frühjahr begannen Aktivitäten des neuen Gesundheitsministers Dr. Spahn anzulaufen.

Einen wichtigen Part dabei nimmt dabei der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen ein. Dieses Gremium gibt es an sich seit 1985. Seine Zusammensetzung ist wie folgt:

 

Mitglieder des Sachverständigenrates

Vorsitzender Prof. Dr. med. Ferdinand M. Gerlach Johann Wolfgang Goethe-Universität Institut für Allgemeinmedizin

Theodor-Stern-Kai 7, 60590 Frankfurt am Main

E-mail: gerlach@allgemeinmedizin.uni-frankfurt.de

Stellv. Vorsitzender Prof. Dr. rer. pol. Eberhard Wille Emeritus Universität Mannheim

Abteilung Volkswirtschaftslehre

L7, 3-5 68131 Mannheim

E-mail: wille@uni-mannheim.de

Mitglieder

Prof. Dr. rer. pol. Wolfgang Greiner Universität Bielefeld

Fakultät für Gesundheitswissenschaften/AG 5

School of Public Health – WHO Collaborating Center

Postfach 10 01 31, 33501 Bielefeld

E-Mail: wolfgang.greiner@uni-bielefeld.de

Prof. Dr. phil. Gabriele Meyer

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Medizinische Fakultät 2

Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft

Magdeburger Straße 8, 06112 Halle (Saale)

E-Mail: gabriele.meyer@medizin.uni-halle.de

Prof. Dr. med. Marion Haubitz

Medizinische Hochschule Hannover

Zentrum Innere Medizin

30623 Hannover

und:

Klinikum Fulda gAG

Medizinische Klinik III (Klinik für Nieren- und Hochdruckerkrankungen)

Pacellialle 4, 36043 Fulda

E-Mail: marion.haubitz@klinikum-fulda.de

Prof. Dr. med. Petra A. Thürmann

Universität Witten/Herdecke

Lehrstuhl für Klinische Pharmakologie

58448 Witten

und:

Philipp Klee-Institut für Klinische Pharmakologie

HELIOS Klinikum Wuppertal

Heusnerstr. 40, 42285 Wuppertal

E-Mail: petra.thuermann@helios-kliniken.de

Prof. Dr. rer. oec. Jonas Schreyögg

Universität Hamburg

Hamburg Center for Health Economics

Lehrstuhl für Management im Gesundheitswesen

Esplanade 36, 20354 Hamburg 3

E-Mail: jonas.schreyoegg@uni-hamburg.de

 

 

Aufgaben dieses Sachverständigenrates: Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen hat die Aufgabe, im Abstand von zwei Jahren Gutachten zu erstellen und in diesem Rahmen die Entwicklung in der gesundheitlichen Versorgung mit ihren medizinischen und wirtschaftlichen Auswirkungen zu analysieren, unter Berücksichtigung der finanziellen Rahmenbedingungen und vorhandenen Wirtschaftlichkeitsreserven Prioritäten für den Abbau von Versorgungsdefiziten und bestehenden Überversorgungen zu entwickeln, Vorschläge für medizinische und ökonomische Orientierungsdaten vorzulegen, sowie Möglichkeiten und Wege zur Weiterentwicklung des Gesundheitswesens aufzuzeigen.

Die Liste der bisher 16 erstellten Gutachten ist über folgenden Link einsehbar, wobei es zum Teil eine englisch-Version gibt: https://www.svr-gesundheit.de/index.php?id=6

Der jeweilige Gesundheitsminister bedient sich gerne dieser Expertise, besonders wenn es um Reformen geht:

Am Mittwoch 18.7. berät die deutsche Bundesregierung über den Einsatz künstlicher Intelligenz in Gesundheitsfragen. Ein Masterplan soll erstellt werden. Selbstlernende Algorithmen und Maschinen sollen in der Medizin unterstützend tätig werden. Dazu soll eine stattliche Förderung den Start in diesen wichtigen Zukunftsbereich massiv unterstützen , Verbesserung der Versorgungssituation-Beseitigung von Über,-Unter und Fehlversorgung

Am 16.7. übergab der Vorsitzende des Sachverständigenrates Gerlach an den Gesundheitsminister ein Gutachten:

 Wichtige Punkte in Schlagworten dabei: zur Verbesserung der Versorgung durch Ärzte am Land wird ein Landarztzuschlag zu den bisherigen Honoraren gefordert (bis zu 50%).Kassenverträge sollten nur auf 30Jahre vergeben weren, um eine entsprechende Flexibilität zu haben.

Einführung einer Pönale=Kontaktgebühr bei Aufsuchen eines Facharztes ohne Zuweisung durch den Allgemeinmediziner/Hausarzt. Damit Vermeidung unnötiger Arztkontakte und mehr Zeit für den „echt Kranken“

 Gezielte Steuerung des Patienten durch ein Hausarztmodell. Bindung an den Hausarzt, der als Gatekeeper den Patienten durch das System lotst. Dafür ein begünstigter Tarif für den Versicherten!

 Versorgung aus einer Hand durch bessere Abstimmung von Spitälern und niedergelassenen Ärzten bei bestimmten Patientengruppen wie in der Psychiatrie oder bei Rückenschmerzen

Reform der Notfallversorgung: Um zu verhindern, dass die Notfallambulanzen der Spitäler ständig überlaufen sind, wobei nur ein geringer Prozentsatz dort richtig ist, sollten regionale Leitstellen geschaffen werden. Der Patient ruft dort an und in Kenntnis seiner Angaben wird der jeweils beste Versorgungspfad eingeleitet. Das kann vom Notarztwagen über eine Visite eines Bereitschaftsarztes oder Besuch eines Pflegers reichen. Viele Fälle könnten aber auch durch telefonische Beratung schon gelöst werden. Gehfähigen Patienten kann ein Termin in einer nahen Praxis vermittelt werden.

Pflegenotstand in D-

Der Gesundheitsminister fordert hier erstens eine deutliche Verbesserung der Bezahlung von Pflegekräften. Er spricht von etwa 13000 fehlenden Pflegekräften. Durch mehr Gehalt, bessere Infrastrukturen und auch Anwerbung aus dem Ausland will er die Lücke füllen Er stellt fest, dass die Pflege der Gesellschaft etwas wert sein müsse und hält einen Lohn von 2500-3000€für angebracht.

Durch Strukturgesetze will man die Betreiber von Pflegeeinrichtungen in die Pflicht nehmen.

Derzeit kann man die Situation kennzeichnen durch Schlechte Bezahlung-Hohe Belastung- wenig Anerkennung

Die Jugend muss wieder Interesse an der Pflege bekommen.

Digitalisierung in der Medizin

Jens Spahn hat viel vor: Längere Öffnungszeiten bei Kassenärzten, Pflegeberufe attraktiver machen, Digitalisierung im Gesundheitswesen beschleunigen und einiges mehr.

Durch die Digitalisierung will man die Zusammenarbeit verbessern zwischen den verschiedenen Playern, Abläufe beschleunigen, Doppelbefunde verhindern.

Soziale Ungleichheit wirkt auf die Gesundheit negativ

Das Robert Koch Institut stellte fest, dass Bevölkerungsgruppen, deren Jahreseinkommen unter 60% des Durchschnittseinkommens liegt, eine um 11 Jahre geringere Lebenserwartung haben.

„Das Risiko für chronische Erkrankungen und Depressionen ist um das Zwei- bis Dreifache erhöht. Kinder und Jugendliche aus Familien mit niedrigem Sozialstatus sind zwei- bis dreimal häufiger verhaltensauffällig, übergewichtig und gesundheitlich beeinträchtigt. Im Alter sind sozial Benachteiligte wiederum doppelt so häufig in ihrer Alltagsgestaltung eingeschränkt wie Menschen mit hohem Sozialstatus. Aber: Gesundheitliche Ungleichheit findet sich auch beim Vergleich der mittleren mit der niedrigsten oder höchsten Statusgruppe und ist damit in der gesamten Breite unserer Gesellschaft wirksam. Gesundheit ist demnach ein soziales „Produkt“.

Als entscheidenden Trigger für gesundheitliche Ungleichheit hat der britische Epidemiologe Richard Wilkinson bereits 1996 die Einkommensverteilung identifiziert. Auch bei diesem Indikator belegt Deutschland hinter Luxemburg und Ungarn nur einen Mittelfeldplatz in Europa. Gesundheitspolitischer Anspruch trifft hier auf gesellschaftliche Realität.“

Abschließend sei auf das Gutachten 2018 des Sachverständigenrates hingewiesen, dass in mehreren Regional Konferenzen mit den Ländern im Herbst diskutiert wird.

https://www.svr-gesundheit.de/fileadmin/user_upload/Gutachten/2018/SVR-Gutachten_2018_WEBSEITE.pdf

Public Health News Schweiz 2018

Interessante Aspekte zum Jahr 2018ergeben sich aus Interviews mit Spitzenexponenten des Gesundheitswesens:

Klare Änderung der Einstellung unserer Bürger: Insofern, dass sich die Bewohner der Schweiz künftig aktiver um die eigene Gesundheit kümmern und die Vorsorge selber in die Hand nehmen. Damit diese aktiv über Sinn und Unsinn von Vorsorgeaktionen und Therapien entscheiden können, braucht es Ärzte und Apotheker, die ihnen beratend zur Seite stehen! (Der Präsident der Zuger Apotherkammer)

Fortschritte auch im Bereich E-Health

Eine vordringliche Aufgabe im kommenden Jahr wird für alle Beteiligten die Eindämmung der Kosten unter Beibehaltung der hohen Qualität im Gesundheitswesen sein. Es gilt, die medizinisch nicht begründbaren, überflüssigen Leistungen zu reduzieren und die Effizienz in der Leistungserbringung und bei der Kontrolltätigkeit durch die Krankenversicherer zu steigern. Fortschritte werden wir auch im Bereich E-Health verzeichnen können, wo wir das elektronische Patientendossier vorantreiben. Ein weiterer Schwerpunkt betrifft die koordinierte Versorgung von psychisch erkrankten und an mehreren chronischen Krankheiten leidenden Personen. Diese Patientengruppen stehen 2018 im Zentrum der Aktivitäten des Projekts ‹oordinierte Versorgung› welches das BAG gemeinsam mit Akteuren des Gesundheitswesens umsetzt. (Der Präsident des Bundesamtes für Gesundheit)

„Wir brauchen einfachere Zulassungsverfahren

Politik: Die Politik wird sich im Bereich der Gesundheit vermehrt mit den systembedingten und wirklich großen Themen befassen, die finanziell enorm viel ausmachen, wie zum Beispiel die mangelnde Koordination bei der Spitalplanung, die Spitzenmedizin und die Vereinheitlichung der Finanzierung der ambulanten und stationären Gesundheitsdienstleistungen. Wir begrüßen diese Entwicklung, denn Einzelmassnahmen bringen nichts – das hat die Vergangenheit gezeigt.

Gesundheitskosten: Die Ausgaben für Gesundheit steigen, doch vergessen wir oft den unglaublichen Nutzen, den die Bevölkerung daraus zieht. Unsere Lebenserwartung steigt kontinuierlich. Krankheiten, die früher schnell zum Tode führten, sind heute heilbar. Man realisiert den Nutzen oft erst dann, wenn man selber oder nahe Angehörige von gesundheitlichen Einschränkungen betroffen sind.

Medikamente: Bei den Medikamenten sind angemessene Regulierungen durch den Staat das A und O, damit für die Pharmaindustrie genügend Anreize bleiben, in der Schweiz Forschung und Entwicklung zu betreiben und auch zu produzieren. Denn dieser Wirtschaftszweig generiert hierzulande neben einem hohen Patientennutzen viele Arbeitsplätze und eine hohe Wertschöpfung. Beim Impfstoffmangel sehen wir schon heute, dass die Preise keine kostendeckende Produktion mehr erlauben. Auch die Entwicklung neuer Ansätze gegen mehrfach resistente Keime braucht wirtschaftlich sinnvolle Antriebe. Zudem braucht es einfachere Zulassungsverfahren. Die heutige Preisregulierung verhindert zudem in vielen Fällen die Weiterentwicklungen von Medikamenten und läuft damit dem Patientennutzen entgegen.“ Vereinigung der Pharmafirmen der Schweiz

Daten sind das Rohöl der Gegenwart und der Zukunft

Politik: Gesundheitskosten sind ganz oben auf unserer Liste. Leider tut sich die Politik schwer, griffige Maßnahmen gegen die steigenden Gesundheitskosten zu erarbeiten. Der Bericht der Expertenkommission des Bundes mit 38 Maßnahmen liegt nun vor. die Haltung des Bundesrats erwarten alle Akteure mit großer Spannung! Man muss allerdings kein Wahrsager sein, um vorauszusehen, dass viele der 38 Punkte keinen leichten Stand haben werden.

E-Health: Daten sind das Rohöl der Gegenwart – und erst recht der Zukunft! Mit dem Gesetz zum elektronischen Patientendossier hat der Gesetzgeber einen ersten, wichtigen Pflock eingeschlagen. Wenn die Versicherten den Wert eines mit Gesundheits- und Versorgungsdaten gut gefüllten elektronischen Patientendossiers erst einmal erkennen, wollen sie nicht mehr darauf verzichten, so wie sie in anderen Lebensbereichen nicht die Früchte der Digitalisierung missen wollen.

Tarifstrukturen: Der Tarifeingriff des Bundesrats entfaltet ab 1. Januar 2018 seine Wirkung. Leider nicht in dem Umfang, wie wir uns das bei curafutura gewünscht haben. Dennoch mit dem erwarteten Nebeneffekt, dass willigen Tarifpartnern klar ist: Wer sich nicht konstruktiv bewegt, wird – noch mehr – verlieren. Die Bereitschaft zum Kompromiss für einen aktualisierten Arzttarif wird grösser. Ein starkes Signal wäre, gemeinsam ein Tarifgesuch für einen revidierten Einzelleistungstarif beim Bund zu platzieren. Dieser könnte die Basis sein, Pauschalen zu vereinbaren.

Finanzierung durch Kantone und Krankenversicherer: Die Einheitliche Finanzierung Ambulant Stationär, EFAS, gewinnt zunehmend an Akzeptanz, auch bei den Kantonen. Es gelingt durch Pilotprojekte in verschiedenen Kantonen, Skeptikern zu beweisen, dass EFAS zwar keinen fundamentalen Wandel im KVG bedeutet, aber doch der entscheidende Schritt ist, um der Integrierten Versorgung einen wichtigen Impuls zu geben und den Wechsel von Stationär zu Ambulant zu beschleunigen. So kann die Schweiz ihren Rückstand gegenüber anderen Ländern bald wettmachen.

Fokussierung auf wirksame Medizin: smarter medicine ist ein äußerst wichtiger Beitrag der Patienten zur Gesundung des Systems. Dem aufgeklärten Patienten ist bewusst, dass mehr nicht in jedem Falle besser ist und gesünder macht. Verantwortungsbewusste Leistungserbringer unterstützen die Grass-Root-Bewegung der smarter medicine mit patientengerechter, offener Information über Interventionen, die nicht gemacht werden sollen.

Direktor Curafutura

Bevölkerung leidet unter Prämienlast

« In der Schweiz haben wir 26 verschiedene Gesundheitswesen, die wohl sehr gut sind, die wir uns aber nicht mehr leisten können. Jeder Kanton will möglichst viele Leistungen erbringen. Die Überlegungen dazu sind: Patienten im Kanton behandeln, hochstehende 7

Arbeitsplätze und die Steuern sollen im Kanton bleiben. Deshalb wird immer noch mehr an Überkapazität ausgebaut. Die Institutionen müssen mit gut ausgebildetem Personal ausgerüstet werden, und von den Leistungserbringern werden schwarze Zahlen gefordert. Das hat großzügige Indikationen bzw. Überversorgung zur Folge! Ambulatorien werden in den öffentlichen Spitälern ausgebaut, da der Ärztestopp in den Ambulatorien keine Wirkung hat. Viele Leistungen werden von Stationär zu Ambulant verschoben, was wir befürworten. Die Rechnung muss hingegen zu 100 Prozent mit den Prämien bezahlt werden. Seit 1996 sind die Gesundheitskosten um 85 Prozent gestiegen, die Prämien in der gleichen Zeit um 124 Prozent. Wir haben eine Kostenverschiebung von den Steuerzahlern zu den Kopfprämien. Die Bevölkerung leidet unter der Prämienlast. Die vom Bund ausbezahlte Prämienverbilligung wird von den Kantonen nicht immer an die Bevölkerung weitergegeben, sondern wegen der Sparpakete für andere Zwecke verwendet. – Wir verlangen, dass sich die Kantone in fünf bis sechs Gesundheitsregionen organisieren und Leistungsaufträge vergeben. Das viel gelobte Globalbudget wird die steigenden Kosten nicht korrigieren können, aber dafür lange Wartezeiten und viele kurze Arztbesuche und weniger Qualität für Patienten zur Folge haben. Das kann doch nicht die Lösung sein! »

Wachsende Bürokratie hemmt Innovationskraft

« Die Schweizer Medizintechnik leistet einen wichtigen Beitrag für das hiesige Gesundheitswesen und prägt dessen Entwicklung entscheidend mit. 2018 und die darauffolgenden Jahre wird die Medtech-Industrie vor allem die Umsetzung der neuen EU-Regulierungen für Medizinprodukte (MDR) und In-vitro-Diagnostika (IVDR) beschäftigen. Besonders KMU sind von den äußerst aufwändigen Umstellungen betroffen. Wachsende Bürokratie hemmt ihre Innovationskraft und verzögert die Markteinführung von zum Teil lebenswichtigen Produkten. Mit seinen Experten setzt sich Swiss Medtech dafür ein, dass neue Anwendungen möglichst schnell zu den Patienten gelangen. Hier macht sich der Verband zusammen mit seinen Partnern stark für ein freiheitliches und fortschrittliches Schweizer Gesundheitswesen. »

Direktor SwissMedTech

Fehlanreize ausschalten

Die Suche nach dem sagenhaften Ei des Kolumbus geht weiter, so könnte man, gemünzt auf die Maßnahmen zur Dämpfung des Kostenanstiegs im Gesundheitswesen, die Aussichten für 2018 überschreiben. Ab dem 1. Januar 2018 verlangen nach dem Kanton Luzern auch Zürich und Zug, dass bestimmte Wahleingriffe nur noch ambulant durchgeführt werden dürfen. Weiter treten die vom Bundesrat verfügten Tarifsenkungen im ambulanten Arzttarif TARMED in Kraft. Bisherige Erfahrungen zeigen uns, dass die Leistungserbringer Einsparungen aus solchen Tarifeingriffen mit Mengenausweitungen kompensieren. Ich hoffe, dass es gelingt, wenigsten einen – gewichtigen – Fehlanreiz auszuschalten: Die heute unterschiedliche Finanzierung von ambulanten und stationären Behandlungen. Eine einheitliche Finanzierung mit Mitbeteiligung der Kantone an ambulanten Behandlungen stellt die optimale medizinische Versorgung der Patientinnen und Patienten wieder ins Zentrum. »

Direktorin Santesuisse

Fehlanreize ausschalten

Die Suche nach dem sagenhaften Ei des Kolumbus geht weiter, so könnte man, gemünzt auf die Maßnahmen zur Dämpfung des Kostenanstiegs im Gesundheitswesen, die Aussichten für 2018 überschreiben. Ab dem 1. Januar 2018 verlangen nach dem Kanton Luzern auch Zürich und Zug, dass bestimmte Wahleingriffe nur noch ambulant durchgeführt werden dürfen. Weiter treten die vom Bundesrat verfügten Tarifsenkungen im ambulanten Arzttarif TARMED in Kraft. Bisherige Erfahrungen zeigen uns, dass die Leistungserbringer Einsparungen aus solchen Tarifeingriffen mit Mengenausweitungen kompensieren. Ich hoffe, dass es gelingt, wenigsten einen – gewichtigen – Fehlanreiz auszuschalten: Die heute unterschiedliche Finanzierung von ambulanten und stationären Behandlungen. Eine einheitliche Finanzierung mit Mitbeteiligung der Kantone an ambulanten Behandlungen stellt die optimale medizinische Versorgung der Patientinnen und Patienten wieder ins Zentrum. »

Direktorin Santesuisse

Gesundheit 2020 BAG

Die Zahl der älteren Menschen und damit der chronischen Krankheiten nimmt zu, die heutigen Strukturen sind auf Akutversorgung ausgerichtet, es fehlt an Transparenz und Steuerbarkeit: Mit der Strategie Gesundheit2020 richtet der Bundesrat das Gesundheitssystem optimal auf diese Herausforderungen aus. Er will es in allen Bereichen so verbessern, dass erkrankte oder verunfallte Personen in der Schweiz auch weiterhin in hoher Qualität versorgt werden.

Der Bundesrat hat im Januar 2013 die Strategie Gesundheit2020 verabschiedet. Mit 36 Maßnahmen will er die Lebensqualität sichern, die Chancengleichheit stärken, die Versorgungsqualität erhöhen und die Transparenz verbessern. 9

Heute Herausforderungen von morgen angehen

 Die Zahl der älteren Menschen und damit der chronischen Krankheiten wird stetig zunehmen

 Die heutigen Strukturen sind zu sehr auf die Akutversorgung ausgerichtet

 Es fehlt im Gesundheitswesen an Transparenz und Steuerbarkeit

 Die Gesundheitskosten werden durch die demografische Entwicklung und den medizinisch-technischen Fortschritt weiter steigen

 Die hohen Krankenkassenprämien stellen schon heute für viele Menschen eine spürbare finanzielle Belastung dar.

In 4 Handlungsfeldern werden die Themen abgehandelt:

 Handlungsfeld Lebensqualität

 Handlungsfeld Chanchengleichheit

 Handlungsfeld Versorgungsqualität

 Handlungsfeld Transparenz

Die Maßnahmen werden in 80 Teilprojekten umgesetzt. Ein Überblick dazu ist auf der Homepage des BAG zu sehen: https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/themen/strategien-politik/gesundheit-2020/aktivitaeten-gesundheit2020/alle-aktivitaeten-im-ueberblick.html 10

Nationale Konferenz Gesundheit2020

Die Nationale Konferenz Gesundheit2020 hat sich in den vergangenen Jahren als wichtige Dialogplattform mit den Gesundheitsakteuren etabliert. An der letzten Konferenz vom 29. Januar 2018 ging es um die Gesundheitskosten.

Eine internationale Expertengruppe hat im September 2017 in einem Papier aufgezeigt, wie das Wachstum der Gesundheitskosten eingedämmt werden könnte.

Sie legt 38 Maßnahmen vor, davon zwei übergeordnete: Eine verbindliche Zielvorgabe für das Kostenwachstum in den verschiedenen Leistungsbereichen und ein Experimentierartikel, um innovative Pilotprojekte zu testen. Diese beiden Maßnahmen standen im Zentrum der Konferenz.

Ein Faktenblatt des BAG zeigt die Ergebnisse der Expertengruppe https://www.newsd.admin.ch/newsd/message/attachments/50290.pdf

Ein eigener Bereich sind Vorschläge zur Kostendämpfung zur Entlastung der Krankenpflegeversicherung

https://www.newsd.admin.ch/newsd/message/attachments/50084.pdf

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Schweizer mit ihrem Gesundheitssystem an sich sehr zufrieden, aber unter den zunehmenden finanziellen Belastungen stöhnen. Bei gleicher Qualität gleich gut bis besser und trotzdem mit dem Versuch von Einsparungen.

Erst die nächsten Jahre werden zeigen, wobei ein jährliches Monitoring läuft, wie die Umsetzung gelingt.

Zusammenfassung D A CH

Es zeigen sich in den deutschsprachigen Ländern sehr ähnliche Probleme:

Die Systeme sind in keiner Weise auf die Veränderung der Alterspyramide eingestellt.

Die zunehmende Zahl chronischer Erkrankungen im Bereich der NCD spiegelt sich nicht in den Versorgungsstrukturen wieder

E-Health ist nur rudimentär ausgebaut und spielt anfänglich nur in der Administration eine Rolle, kaum noch bei den Patientendossiers

Die Versorgung aus einer Hand, wo die Grenzen zwischen Stationär und ambulant fließend sein sollten, ist kaum umgesetzt

Die Prävention als ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor und Kostendämpfungsfaktor wird stiefmütterlich behandelt

Gesundheitsbildung und transparente Information existieren kaum

Alle drei Ländern ist ein Mangel an Pflegepersonal zu bemerken

Man versucht diesen vor allem durch Anwerbung aus anderen Ländern auszugleichen und hat den Pflegebereich nicht die notwendige Anerkennung und auch Bezahlung angedeihen lassen.

Die Schweiz stellt fast ein Drittel des ärztlichen Personals aus ausländischen Ärzten.

Weiterhin ist das System noch zu stark regionalisiert und nicht flächendeckend abgestimmt

 

Euer

Hubert Hrabcik

 

GESUNDHEITSBÜROKRATIE VERDRÄNGT ALS KOSTENFAKTOR BALD DIE PHARMAINDUSTRIE

Die Gesundheitsbürokratie wird teurer als die Pharmaindustrie – allerdings ohne Wert und Gegenleistung

bürokratieparasit

Der internationale  Gesundheitsmarkt wird nicht nur von Patienteninteressen, sondern auch von Unternehmensseite vorangetrieben –  das beweisen  die unzähligen Health-Startups, manche wertvoll und segensreich, aber auch sehr viele ohne medizinischen Mehrwert.

Um wirtschaftliche Interessen  als Patienteninteressen zu  verkleiden, ist kein Euphemismus platt genug.

U.a. wird derzeit an der mutmaßlich größten Health Cloud Europas gearbeitet, wobei laut Broschüre der Wunsch des mündigen Patienten im Mittelpunkt stehen soll – eine kühne Anmaßung – letztendlich geht es um das Geschäft mit  dem Verkauf halbanonymisierter medizinischer Daten – die Verwaltung  medizinischer Inhalte zur selbständigen Verfügung  Versicherter bleibt ein Nebeneffekt.

healthdataspace.org/gesundheitsnetzwerk

In Deutschland wurde von A.T. Kearney (Dez.2011, Deutsches Gesundheitssystem auf dem Prüfstand) eine Studie bezüglich der Langzeitfolgen einer verdichteten Spitals- und Krankenkassenbürokratie erhoben – mit ernüchternden Resultaten: die Vergeudung wertvoller Arbeitszeit   teurer medizinischer Berufe durch Mehrfachdokumentation  vernichtet  ein Viertel der Gesundheitskosten – und das ohne jeden medizinischen Mehrwert!

Deutsches-gesundheitssystem-40-4-milliarden-euro-kosten-durch-aufgeblasene-verwaltung

In den USA wächst seit Jahren  die Kritik an der gefräßigen Spitalsbürokratie, nach der New York Times

When-hospital-paperwork-crowds-out-hospital-care

kritisiert auch das gewichtige Wirtschaftsmagazin FORBES  die Ressourcenvernichtung an wertvoller medizinischer Arbeitszeit:

Doctors-wasting-over-two-thirds-of-their-time-doing-paperwork

Am Ende  ein Comedy-Clip über ein Spital ohne medizinisches Personal

Günter Koderhold

 

Abgehobene Kapriolen im Gesundheitsbereich

Prof.Hrabcik
Prof.Hrabcik

 

 

KAPRIOLEN IM GESUNDHEITSBEREICH

Verfolgt man aufmerksam in den letzten Wochen die Medien, so fällt es schwer, als Angehöriger eines Gesundheitsberufes ruhig zu bleiben.

Warum? Es wird immer mehr klar, dass eine Allianz von Juristen und Ökonomen versucht, den Gesundheitsbereich unter ihre Macht zu bringen und anzuschaffen. Natürlich ohne jedwedes Fachwissen.

Die notwendige Allianz zwischen Ärzten und anderen Angehörigen des Gesundheitsbereiches und dem Verwaltungsbereich wird immer weniger.

Dabei haben die selbsternannten Experten, die meist keine sind, genügend Flops in den letzten Jahren geliefert, die nun mehr und mehr an das Licht kommen.

Beispiele:

Groß angekündigt war die Wiener Spitalsreform 2030. Mit einer wahllosen Zerschlagung von bisher funktionierenden Schwerpunktspitälern wollte man eine neue Struktur, die dann angeblich die Bedürfnisse der Bevölkerung besser abdecken kann, schaffen. Und nun, nach dem ruhmlosen Abgang der früheren Stadträtin stellt sich laut Aussendungen des KAV heraus, dass einige der Übersiedlungen oder Zusammenlegungen von Abteilungen überhaupt nicht möglich sind, weil der benötigte Raumbedarf in den neuen Häusern fehlt. Ein Armutszeugnis.

 

Nachdem nun die Stadträtin und der Generaldirektor in die Wüste geschickt wurden, tritt die zweite Garnitur an. Die alles besser machen wird? Wo waren denn diese Damen und Herren, als derlei Planungsunsinn kreiert wurde. Waren die nicht mit dabei und haben dazu brav genickt? Es muss nun gelten, im Augiasstall KAV alles auszumisten, schonungslos.

Der KAV verteidigt in einer Aussendung, dass ein Honorar von 30.000€  pro Tag für externe Experten angebracht sei, weil man habe ja angeblich 110 Mill. Euro eingespart.

Nun, die Expertenarbeit wird sicher nicht in einem Tag erledigt gewesen sein. Das wird schon 1-2 Monate gedauert haben. Das wären dann 900.000 Euro pro Monat. Nicht schlecht!

Die AUVA hat nachweislich durch einige Wochenenden die Aufnahme von Notfallpatienten in das LBK auf die Intensivstation verhindert. Auch mit Dienstanweisungen gedroht. Angeblich haben daher einige Pateinten einen Rundflug gemacht, bis sie endlich versorgt werden konnten. Haben Sie da vom Land als Aufsichtsbehörde ein sofortiges Einschreiten gemerkt. Nichts ist passiert. Es wird zu untersuchen sein, ob hier Patienten nicht durch Verzögerungen zu Schaden kamen. Aber man hat Geld an abgebauten Diensten gespart.

 

Mein Lieblingsthema, weil einige Patienten das an mich herantrugen, ist die den Gebietskrankenkassenversicherten verweigerte Bezahlung der Hepatitis C Behandlung. Außerhalb jeder Diskussion steht, dass ein Medikament zur Verfügung steht, dass eine über 90%ige Heilung bei frühzeitigem Einsatz erreichen kann. Aber wer zahlt? Prof.Ferenci hat jüngst auf einem Kongress in Linz diese Situation beklagt. Die Wiener Gebietskrankenkasse zahlt erst dann die Behandlung, wenn bereits das Fibrosestadium II erreicht ist. Damit sinken die Erfolgschancen. Wem’s nicht passt, kann sich die Therapie ja selbst zahlen. Zweiklassenmedizin pur.

Richtig ist, dass die Preisgestaltung der Pharmafirma exorbitant hoch ist. aber dies darf man nicht auf dem Rücken der Patienten austragen. Hier wären der Hauptverband und vor allem das Gesundheitsministerium als Aufsichtsbehörde gefordert. Haben Sie etwas gehört? Es sind ja nur Bürger und Kranke, die da über die Klinge springen.

Und die Justiz, die ja gegenüber Ärzten schnell bei der Hand. Die hat Sommerpause.

 

Hinter all diesen Entwicklungen steckt ein System. Man will derzeit mit aller Gewalt die den Bürgern in den Sozialversicherungsgesetzen verbrieften Rechte ändern.

Ärzte und Gesundheitsberufe sollen zu Erfüllungsgehilfen degradiert werden. Die Chefs sind dann Parteibonzen, selbst ernannte Experten aus dem Kreis der Juristen und Ökonomen. All dies geschieht mit der stillen Hoffnung, dass sich die Bevölkerung schon an diese Demontage im Gesundheitsbereich gewöhnen wird. Und aus Angst, Nachteile bei aufmüpfigem Verhalten zu erleiden, einfach schweigt.

Man wird daher in Anbetracht der kommenden Nationalratswahl lesen müssen, wer von den wahlwerbenden Gruppen hier dieses Chaossystem weiter betreiben will und wer vor allem im System echte Reformen, die Versorgungsverbesserungen darstellen, anstrebt.

Euer Hubert Hrabcik

ARBEITSZEIT IST LEBENSZEIT

KAPITEL

              ARBEITSZEIT IST LEBENSZEIT

1.

Welche  Arbeitszeiten wollen – können – brauchen wir?     WAS ERWARTET UNS ?

( OA. Dr. G. Schenk )   

Arbeitszeitplanungen können ausschliesslich in Übereinkunft zwischen Dienstgeber-in und Dienstnehmer – in erfolgen. Gute Verhandlungen sollten keinen Vertragspartner übervorteilen.    Aber was ist für einzelne Arbeitnehmer sinnvoll, was nicht. Wo müssen wir, wo wollen wir? Was ist für unsere Lebensqualität bedeutend?   Betrachten wir einige

Varianten der Arbeitszeit beim KAV:

  1. Fixe Arbeitszeiten bis 2015
  2. Wechsel – Schichtarbeit
  3. Flexible Zeiteinteilungen, geplant 2 Monate im Vorfeld

Wo bestehen die Vor – und Nachteile?

  1. Fixe Arbeitszeiten

Bis 2015 war im KAV für Vollzeittätige die fixe Arbeitszeit –tgl. 8h-13h, bei 4-6 Nachtdiensten gängige Dienstzeit.                                                        Ein fixes Regime war:

Einerseits berechenbar, Ärzte mit Ordinationen konnten die Zeit im Vorfeld gut planen. Die Familie wurde konstant versorgt. Auch die Eltern und Großeltern konnten kalkulierbar betreut werden.

Andererseits war die Freizeit auf den Nachmittag begrenzt. Wenn Amtswege nötig waren oder Handwerker im Haus, musste oft ein Urlaubstag konsumiert werden.              

2. Wechselschichtarbeit

Definition: Unter dem Arbeits(zeit)modell der Schichtarbeit wird die Aufteilung der betrieblichen Arbeitszeit in mehrere Zeitabschnitte mit versetzten Anfangszeiten beziehungsweise unterschiedlicher Lage sowie unter Umständen unterschiedlicher Dauer verstanden.

Das Arbeiten in ´Schichten´ wurde durch die Arbeitszeitregelung 2015 / 2016 an verschiedenen Abteilungen erforderlich. Das gewährleistete die Anwesenheit von ausreichend Ärzt ( – inn ) en im Krankenhaus, um den Betrieb sicherzustellen. Durch die erforderliche Patientenversorgung nachts entstand teilweise ein ausgeprägter ´Wechsel´ der Dienstzeit von vormittag – nachmittag – nachts.

Vorteile: Längere Freizeitblöcke und die bequeme Erledigung von Amts- und Arztwegen wurden möglich.

Nachteile: Erschwertes Familien- und Sozialleben durch unregelmäßige Arbeitsrhythmen.

Besonders wenn Kinderbetreuung oder Versorgung älterer Angehöriger erforderlich ist, kann dieser ständige Dienstwechsel Nachteile bringen.


3. Flexible Arbeitszeiten

Seit Einführung der 40h – Woche in Krankenanstalten wurde an einigen Abteilungen auch eine flexible Arbeitszeit eingebracht.     Aus wirtschaftlicher Sicht durchaus begründbar:                                    Wie die WKÖ- Wirtschaftskammer Österreich in ihrer Webseite aufzeigt, setzen schon jetzt viele Unternehmen auf flexible Arbeitszeitgestaltung, um dadurch ihr Arbeitszeitvolumen besser an die Auftragslage anpassen zu können, teure Steh- und Leerzeiten zu reduzieren ( www.wkö.at ). Flexible Arbeitszeiten sind umso weiter verbreitet, je fortschrittlicher eine Volkswirtschaft ist. Spitzenreiter sind Finnland, Dänemark und Schweden, wo über 80 % der Unternehmen mit mehr als 9 MitarbeiterInnen flexible Arbeitszeiten praktizieren (Quelle: European Company Survey 2013).

Flexibilisierung steht besonders in medizinischen Berufen Grenzen entgegen:                                                                                                                                 Es müssen genügend Ärzte vorort sein – vormittags, nachmittags, nachts. Die täglichen Patientenkontakte können erheblich variieren ( z.B. Grippezeit ).

  • RESÜMEE                                                                                                                         Die neue Dienstzeitregelung mit Arbeitsstundenreduktion für Ärzte bringt erhebliche Lücken in der Patientenversorgung.  Das Geld für zusätzliches Personal scheint nicht vorhanden zu sein.  Hier kann  die Flexibilisierung von Arbeitszeiten   betriebliche Einsparungen bringen.   Deshalb ist zu erwarten, dass angestellte Ärzte zunehmend in diese Dienstform einbezogen werden. Das kann Vor – und Nachteile für den Arbeitnehmer bringen.

Deshalb:  im Rahmen von Flexibilisierungen sollten ArbeitnehmerInnen bzw. BetriebsrätInnen Arbeitsmodelle vereinbaren, die sowohl auf betriebliche wie auch persönliche Rahmenbedingungen bestmöglich eingehen.                                   

DIE VERHANDLUNGEN unserer Gewerkschaft und KAMMER mit dem Dienstgeber sind in nächsten Monaten und Jahren von besonderer Bedeutung.

Was ist hier wünschenswertwas kann die  Zufriedenheit am Arbeitsplatz fördern?                                              

Möglichst viel Freiraum in der Gestaltung des Arbeitsalltags für den / die Arbeitnehmer , um persönliche Situationen variabel berücksichtigen zu können.             

 Damit wären auch Frauen  mit flexiblen Arbeitszeiten nicht benachteiligt.                                                                                                                 

G.M. Schenk

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SCHLUSSPUNKT .

ÄK Wahl, Wien 2017

Der Wähler hat seine demokratische Wahl getroffen.

Die Freie Ärzteplattform konnte die Wähler nicht in ausreichendem Maße überzeugen.

Unseren Wählern, Kandidaten, Mitstreitern, Unterstützern, Sympathisanten-herzlichen Dank für Euer Vertrauen.

Allen Anderen, die uns, aus welchen Gründen auch immer, nicht wählen konnten:

ALLES GUTE UND VIEL GLÜCK….

Sachlich und entschlossen für eine moderne Medizin