Alle Beiträge von Gerald Pöschl

SCHLUSSPUNKT .

ÄK Wahl, Wien 2017

Der Wähler hat seine demokratische Wahl getroffen.

Die Freie Ärzteplattform konnte die Wähler nicht in ausreichendem Maße überzeugen.

Unseren Wählern, Kandidaten, Mitstreitern, Unterstützern, Sympathisanten-herzlichen Dank für Euer Vertrauen.

Allen Anderen, die uns, aus welchen Gründen auch immer, nicht wählen konnten:

ALLES GUTE UND VIEL GLÜCK….

Stell dir vor, es ist PHC und keinen Arzt interessiert´s !

PHC, PVE, Gruppenpraxis, Gemeinschaftsordination, Ärztezentrum, Behandlungsnetzwerk……falsa demonstratia non nocet !

Bis jetzt hat die Patientenversorgung TROTZ des Dilettierens der Gesundheitspolitik funktioniert.

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phc-indien

Internationales PHC – Konzept, hier in Indien (man beachte die Polizei im Hintergrund)

In welcher Form auch immer und mit wem auch immer (Pflegepersonen, Physiotherapeuten, Wundmanagern, etc…), Ärzte sind ihren Aufgaben und ihrer Berufung nachgekommen.

Die betriebswirtschaftliche Ausrichtung, ob Kassenarzt, Wahlarzt, Gemeinschaft, obliegt dem Erwerbstätigen selbst, solange die Ausübung der Tätigkeit selbst den ärztlichen und wissenschaftlichen Grundsätzen folgt und nicht gegen Gesetze verstösst.

Hier darf eindringlich an den Art 6 StGG, Freiheit der Erwerbsbetätigung erinnert werden.

Dieses Grundrecht unterliegt zwar einem Eingriffsvorbehalt des Staates, jedoch hat sich dieser an dem Prinzip der Verhältnismäßigkeit, dem Öffentlichen Interesse, der Geeignetheit des Eingriffs, der Erforderlichkeit und der Adäquanz zu orientieren.

Ob das gesundheitspolitische Versagen, welches sich in der  §15a-Vereinbarung und als Ausfluss den PHC manifestiert, genügt, um verhältnismäßig, geeignet, erforderlich und adäquat zu sein, sei dahingestellt.

Ob es im öffentlichen Interesse ist, ist ja auch nicht so sicher.

Was soll nun passieren, wenn sich nicht ausreichend Ärzte zum PHC-Betrieb einfinden ?

Kündigung von Kassenverträgen ?-Möglich

Keine Genehmigung von Wahlarzttätigkeit ?-Unmöglich, siehe Art 6…

Schikanen jeglicher Art ?-Möglich

Politisches Ärztebashing ?-Wahrscheinlich

 

All das soll jedoch nur vom unabwendbaren Versagen der Gesundheitspolitik ablenken.

Deswegen möglicherweise in ein Grundrecht einzugreifen ?

Zuzutrauen wär´s der Politik…….

 

FREIHEIT DEM ÄRZTESTAND !

Nun ist also die Katze aus dem KAV-Sack.

Im Mittagsjournal vom 10. März wird der Bevölkerung Wiens und den Ärzten endlich reiner Wein eingeschenkt.

Wir erfahren, was wir vorher nicht wussten.

Das Notarztsystem in Wien ist am Ende.

Laut Stadträtin Frauenberger sollen die Notärzte, welche bei der MA 70, also auch bei der Gemeinde Wien, angestellt sind, ab April im Rahmen des Krankenanstaltenverbundes tätig sein.

Desgleichen sollen die Notarztwägen bei den Spitälern der Gemeinde Wien stationiert werden.

Ob diese Maßnahme die akuten Probleme der notfallmedizinischen Versorgung der Bürger Wiens löst, ist mehr als fraglich.

Hierzu sind mehrere Fakten zu bedenken:

auch wenn die autokratisch-nahezu diktatorisch regierte Gesundheitspolitik in Wien noch vom Ärzteüberfluss, der eine unwürdige Personalpolitik möglich gemacht hat, träumt, so ist die Realität doch eine andere.

auch die Wiener Stadtregierung wird wohl oder übel den Ärztemangel zur Kenntnis zu nehmen haben.

daraus würde sich ein differenzierter, sprich wertschätzender, Umgang mit der Ärzteschaft empfehlen.

Wien wird´s nicht lernen !

Weiters ist zu bedenken, dass sowohl die Berufswahl der Spitalsärzte als auch der Notärzte höchstwahrscheinlich einer persönlichen Präferenz entspricht.

Die gewaltsame Verquickung dieser beiden Berufsbilder aus Gründen der desaströsen Gesundheitspolitik mag in Zeiten des Überflusses möglich gewesen sein, heutzutage jedoch, siehe oben.

Ob die politische Vergewaltigung der Ärzte das Problem der mangelnden notärztlichen Versorgung zu beheben mag, erscheint unwahrscheinlich.

Es stellt sich die Frage, inwieweit die primär vertraglich bedungene Leistung (Notarzt oder Spitalsarzt) reibungslos in die jeweils andere Tätigkeit übergeführt werden kann.

Es wird sich höchst interessant gestalten, wie gerade der beim AKH stationierte Notarztwagen von Anästhesisten, welche bekanntermaßen zurzeit gerade Mangelware sind, besetzt werden kann.

Auf der anderen Seite darf davon ausgegangen werden, dass eine nicht unbeträchtliche Anzahl von Notärzten den Systemexodus erwägen.

Inwieweit die dann dem KA-AZG unterliegenden „Spitalsnotärzte“ die notärztliche Versorgung im Rahmen ihrer max. 48 Stunden-Woche (wobei die über dem Dienstvertrag liegende Stundenanzahl ja auch irgendwann abgebaut/abgegolten werden muß) aufrechterhalten werden kann, sei ebenso dahingestellt.

…ich vergaß, opt-out macht´s möglich, oder ?

Somit wird dieses Vorhaben der Wiener Gesundheitspolitik wieder einmal, wenn überhaupt, durch stalinistisch-diktatorischen Zwang funktionieren.

Wär ja nix Neues in Wien…