Die Herabstufung des Donauspitals/SMZ-Ost verstößt gegen die Kreditvereinbarung der europäischen Investitionsbank

Die Idee zur Errichtung eines im Norden Wiens gelegen neuen Großspitals ergab sich aus den zu erwartenden hohen Reinvestitionskosten der veralteten Gemeindespitäler.

Zu beachten war auch  die deutlich schlechtere  medizinische Versorgung  des 21. und 22. Bezirks im Vergleich zu   den westlichen und südlichen Stadtbereichen.

So wurden in der Planung des Krankenhauses Nord drei Bereiche erarbeitet:

  1. Die sehr hohe Reinvestitionskosten alter Gebäude,  dies über Jahrzehnte hinaus,  durch einen Neubau zu vermeiden
  2. Die signifikante Unterversorgung im Norden Wiens durch Errichtung des Neubaus im 21.Bezirk zu kompensieren.
  3. Planungsvorlagen  an die Europäische Investitionsbank zwecks Erlangung eines günstigen Kredites  vorlegen und überprüfen zu lassen.

So weit, so gut. Die EIB überprüfte das Konzept KH-Nord auf Herz und Nieren und gab Juli 2010 ihr Einverständnis zur Gewährung eines 300 Mio Euro Kredites.

Der sozusagen „fliegende Wechsel“ von einer veralteten Abteilung zum neu errichteten Spital  erfordert erwartungsgemäß eine äußerst  penible Planung um ausreichend Zeit für Probebetrieb und Personalumschulung  einzurechnen.

Man kann den Versorgungswechsel vom alten  zum neuen Spital mit einem Staffellauf vergleichen, bei dem ohne Leerläufe Agenden weitergegeben werden.

Dass durch Planungsversäumnisse,  Intrigen und Desinteresse von einem baldigen Einsatz des KH-Nord  nicht ausgegangen werden kann, ist mittlerweile allen bekannt.

Die Folgen gehen aber weiter:

  1. durch hohe, in ihrem Ablauf nicht abschätzbare, Reinvestitionskosten der alten Großspitäler entstehen finanzielle Belastungen, die zu den Errichtungskosten des KH-Nord dazugerechnet werden müssen
  2. Die Reinvestitionen in den alten Spitälern verlaufen nicht linear kontinuierlich, sondern  in „Bedarfsschüben“, die wiederum so aufwendig sein können, dass sich eine Parallelerrichtung im KH-Nord  nicht rechnet. Das bedeutet: man benötigt zumindest einen „Plan B“ mit Definition der tatsächlichen Einsatzbreite des KH Nord.
  3. die Herabstufung des Donauspitals widerspricht nicht nur dem gesunden Menschenverstand, der lokalen Versorgungspflicht und der Ausfallsstabilität, sondern auch den Zielsetzungen des EIB-Kredites. Kurz gesagt: nicht nur gegenüber der Ärzteschaft, sondern auch gegenüber der Europäischen Investitionsbank werden Vereinbarungen gebrochen.

Hier der Link zur EIB

Wien, Krankenhaus Nord. Projekt EIB 2010

Über die Gründe der  Fr.Gesundheitsstadträtin Mag.Wehsely  den Norden Wiens derart kurz zu halten, kann nur gerätselt werden – jedenfalls ist der Zorn der Bezirksbevölkerung und der Lokalpolitik  des 21. und 22.  enorm und formt sich zu empörten Protesten.

facit: die immer weiter zunehmende medizinische  Unterversorgung des  Norden Wiens widerspricht   den Grundsätzen der lokalen Versorgung  und  kann als Bruch der Zielsetzungen mit der Europäischen Investitionsbank gesehen werden.

Günter Koderhold