GESUNDHEITSNETZWERK- eine einzige Wühlkiste

Prof.Hrabcik
Prof.Hrabcik

SCHRITT FÜR SCHRITT BAUT Österreich ein gigantisches Gesundheitsnetzwerk auf. Dieses soll bessere Informationen für alle Gesundheitsberufe schaffen und in Akutsituationen helfen. Natürlich wird auch erklärt, dass es eine optimale Datensicherheit dabei gibt.

Die letzten Monate mit zahlreichen Vorfällen, wo sensible Daten international plötzlich online für jeden lesbar waren und somit die persönliche Integrität des Einzelnen massiv verletzt wurde, lassen einen nachdenklich werden.

Denn zum Teil gab es Sicherheitslücken bei Institutionen, deren Sicherheitslevel wesentlich höher anzusetzen ist, als wir es in Österreich bieten. Unbestritten ist, dass jede EDV eine wichtige Hilfe und Unterstützung bei der Speicherung von Gesundheitsdaten liefern kann und auch wesentlich besser überblickbar als jede Handkartei. Das heißt, eine EDV-Lösung an einem Standort ist eine gute Sache. Große Ordinationen ohne EDV wären nicht mehr machbar.

Die Frage, die sich stellt, ist es wirklich unbedingt notwendig, alle Gesundheitseinrichtungen weitgehend zu vernetzen? Wer braucht denn alle diese Daten. Meist sind nur kleine spezifische Angaben notwendig. Noch haben wir ja Hausärzte und auch Fachärzte, die ihre Patienten kennen.

Was sich ja auf Grund der neu angedachten Strukturen bald ändern könnte. Wo dann der Patient wie ein Wanderpokal von einem zum anderen in einer Einrichtung wandert. Um alle gespeicherten Daten gezielt auswerten zu können, braucht es Zeit. Zeit zum Lesen.

Und wie sind denn die Daten und der Zugriff darauf abgesichert. Zur Nutzung von Sicherheitssystemen gehören auch verantwortungsbewusste Anwender. Die zum Beispiel den Bildschirm abdrehen, wenn Sie auf einen Kaffee gehen oder auf eine Visite.

Die häufigste Unsicherheitsquelle im EDV-Bereich sind die Anwender. Da müssen wir uns schon alle selbst an der Nase nehmen und fragen,ob wir immer genau und sicher handeln.

Die zweithäufigste Unsicherheitsquelle ist eine große Zahl von Berechtigten, die gezielt im Einzelfall hineinschauen können. Wenn man sieht, wieviele tausende Personen auf die Gesundheitsdaten Zugriff haben, wird einem Angst. Dazu kommt noch die Vernetzung zwischen Gesundheitsdaten und Finanzdaten.

Und die jährlich anfallenden Betriebsksoten sind nicht gering. Derzeit dürfte eine Hauptzielrichtung sein, über Gesundheitsdaten eine Kontrolle auszuüben und zu versuchen, damit die Kosten zu senken.

Um einen hohen Preis. Jeder liest viel bis alles,wenn er will. Kontrollsysteme schlagen nur dann zu, wenn jemand einen Missbrauchsverdacht meldet. Sonst wartet man.

Für die Zukunft gilt es, eine EDV-Anwendung im Gesundheitsbereich einerseits wieder zu redimensionieren auf das notwendige Maß. Netzwerke müssen hinsichtlich ihrer korrekten Anwendung sehr genau kontrolliert werden. Und endlich gehören massive Strafbestimmungen beschlossen, um jeden nach Möglichkeit davor abzuschrecken.

Sonst wird es in 5 Jahren bald das Gesundheits wiki leaks geben. Das dann auf Wunsch und Bezahlung die Argumente liefert, warum jemand, obwohl der Bestqualifizierte, denn doch nicht für diese Position geeignet ist.

Oder vor einer Partnerschaft wird schnell die Datenlage des zukünftigen Partner abgefragt. Nur zur Sicherheit natürlich.

Ein Mieter ist nicht tragbar, weil der hat „gefährliche“ Gesundheitsdaten.

Man könnte dann auch sagen: ELGA= elektronische Gesundheitswühlkiste

 

Euer Hubert Hrabcik

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