ARBEITSZEIT IST LEBENSZEIT

KAPITEL

              ARBEITSZEIT IST LEBENSZEIT

1.

Welche  Arbeitszeiten wollen – können – brauchen wir?     WAS ERWARTET UNS ?

( OA. Dr. G. Schenk )   

Arbeitszeitplanungen können ausschliesslich in Übereinkunft zwischen Dienstgeber-in und Dienstnehmer – in erfolgen. Gute Verhandlungen sollten keinen Vertragspartner übervorteilen.    Aber was ist für einzelne Arbeitnehmer sinnvoll, was nicht. Wo müssen wir, wo wollen wir? Was ist für unsere Lebensqualität bedeutend?   Betrachten wir einige

Varianten der Arbeitszeit beim KAV:

  1. Fixe Arbeitszeiten bis 2015
  2. Wechsel – Schichtarbeit
  3. Flexible Zeiteinteilungen, geplant 2 Monate im Vorfeld

Wo bestehen die Vor – und Nachteile?

  1. Fixe Arbeitszeiten

Bis 2015 war im KAV für Vollzeittätige die fixe Arbeitszeit –tgl. 8h-13h, bei 4-6 Nachtdiensten gängige Dienstzeit.                                                        Ein fixes Regime war:

Einerseits berechenbar, Ärzte mit Ordinationen konnten die Zeit im Vorfeld gut planen. Die Familie wurde konstant versorgt. Auch die Eltern und Großeltern konnten kalkulierbar betreut werden.

Andererseits war die Freizeit auf den Nachmittag begrenzt. Wenn Amtswege nötig waren oder Handwerker im Haus, musste oft ein Urlaubstag konsumiert werden.              

2. Wechselschichtarbeit

Definition: Unter dem Arbeits(zeit)modell der Schichtarbeit wird die Aufteilung der betrieblichen Arbeitszeit in mehrere Zeitabschnitte mit versetzten Anfangszeiten beziehungsweise unterschiedlicher Lage sowie unter Umständen unterschiedlicher Dauer verstanden.

Das Arbeiten in ´Schichten´ wurde durch die Arbeitszeitregelung 2015 / 2016 an verschiedenen Abteilungen erforderlich. Das gewährleistete die Anwesenheit von ausreichend Ärzt ( – inn ) en im Krankenhaus, um den Betrieb sicherzustellen. Durch die erforderliche Patientenversorgung nachts entstand teilweise ein ausgeprägter ´Wechsel´ der Dienstzeit von vormittag – nachmittag – nachts.

Vorteile: Längere Freizeitblöcke und die bequeme Erledigung von Amts- und Arztwegen wurden möglich.

Nachteile: Erschwertes Familien- und Sozialleben durch unregelmäßige Arbeitsrhythmen.

Besonders wenn Kinderbetreuung oder Versorgung älterer Angehöriger erforderlich ist, kann dieser ständige Dienstwechsel Nachteile bringen.


3. Flexible Arbeitszeiten

Seit Einführung der 40h – Woche in Krankenanstalten wurde an einigen Abteilungen auch eine flexible Arbeitszeit eingebracht.     Aus wirtschaftlicher Sicht durchaus begründbar:                                    Wie die WKÖ- Wirtschaftskammer Österreich in ihrer Webseite aufzeigt, setzen schon jetzt viele Unternehmen auf flexible Arbeitszeitgestaltung, um dadurch ihr Arbeitszeitvolumen besser an die Auftragslage anpassen zu können, teure Steh- und Leerzeiten zu reduzieren ( www.wkö.at ). Flexible Arbeitszeiten sind umso weiter verbreitet, je fortschrittlicher eine Volkswirtschaft ist. Spitzenreiter sind Finnland, Dänemark und Schweden, wo über 80 % der Unternehmen mit mehr als 9 MitarbeiterInnen flexible Arbeitszeiten praktizieren (Quelle: European Company Survey 2013).

Flexibilisierung steht besonders in medizinischen Berufen Grenzen entgegen:                                                                                                                                 Es müssen genügend Ärzte vorort sein – vormittags, nachmittags, nachts. Die täglichen Patientenkontakte können erheblich variieren ( z.B. Grippezeit ).

  • RESÜMEE                                                                                                                         Die neue Dienstzeitregelung mit Arbeitsstundenreduktion für Ärzte bringt erhebliche Lücken in der Patientenversorgung.  Das Geld für zusätzliches Personal scheint nicht vorhanden zu sein.  Hier kann  die Flexibilisierung von Arbeitszeiten   betriebliche Einsparungen bringen.   Deshalb ist zu erwarten, dass angestellte Ärzte zunehmend in diese Dienstform einbezogen werden. Das kann Vor – und Nachteile für den Arbeitnehmer bringen.

Deshalb:  im Rahmen von Flexibilisierungen sollten ArbeitnehmerInnen bzw. BetriebsrätInnen Arbeitsmodelle vereinbaren, die sowohl auf betriebliche wie auch persönliche Rahmenbedingungen bestmöglich eingehen.                                   

DIE VERHANDLUNGEN unserer Gewerkschaft und KAMMER mit dem Dienstgeber sind in nächsten Monaten und Jahren von besonderer Bedeutung.

Was ist hier wünschenswertwas kann die  Zufriedenheit am Arbeitsplatz fördern?                                              

Möglichst viel Freiraum in der Gestaltung des Arbeitsalltags für den / die Arbeitnehmer , um persönliche Situationen variabel berücksichtigen zu können.             

 Damit wären auch Frauen  mit flexiblen Arbeitszeiten nicht benachteiligt.                                                                                                                 

G.M. Schenk

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